Montag,1.Mai Offenbarung 3,7; Jesaja 22,20-22.

2. Die offene Tür, die Jesus schenkt

Was bedeutet es, dass Jesus "den Schlüssel Davids" hat? Dieses Wort müssen wir vom Alten Testament her verstehen. Der höchste Beamte nach dem König, der "Hofmeister", hatte die Aufsicht über den königlichen Palast. Er hatte auch die Vollmacht, Bittenden Zugang zum König zu gewähren oder zu versagen. Jesus hat diese Vollmacht, er hat Schlüsselgewalt, er ist der Einzige, durch den man zur Gottesgemeinschaft kommen kann."Niemand kommt zum Vater denn durch mich!" Keiner kann sich die Tür zu Gott selbst aufmachen. Aber Jesus hat sie durch seinen Opfertod für alle Menschen weit aufgetan. "Durch das Blut Jesu haben wir jederzeit die Freiheit zum Eintritt in die Gegenwart Gottes. Er hat uns den neuen, lebendigen Weg aufgetan durch den zerrissenen Vorhang hindurch, das ist sein Leib, den er für uns dahingab... Lasst uns nun eintreten, lasst uns hinzutreten zum Thron Gottes, zum Thron der Gnade!" (Eph.2,18; 3,12; Hebr.4,16). Haben wir uns die Tür schon aufschließen lassen in Gottes Gegenwart? Niemand braucht zögernd oder zweifelnd vor der Tür stehen zu bleiben. (Lies Offb.3,20; Joh.6,37.) Glaubende haben jeden Tag die offene Tür zum Vater. "Wir dürfen hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen..." "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben." (Lies Hebr.10,19-22; Joh.15,7; 16,23.24). - Es wird aber einmal der Augenblick kommen, in dem die Tür der Rettung, die Jesus aufgeschlossen hat, wieder zugeschlossen wird. Wir erinnern an das Gleichnis der zehn Jungfrauen. Der Bräutigam war es, der die Tür aufschloss und dann auch wieder zuschloss. Die "später" kommenden Jungfrauen erlebten, dass es ein verhängnisvolles Zuspätkommen gibt. Wenn es in unserem alltäglichen Leben schon Schwierigkeiten bringt, vor einer verschlossenen Tür zu stehen, was wird es bedeuten, vor der verschlossenen Himmelstür zu stehen. Noch ist es Zeit, die durch Jesus geöffnete Tür zu durchschreiten. (Lies Jes.55,6.7; Matth.7,21; 25,11-13; Offb.22,14.15.)

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Dienstag,2.Mai Offenbarung 3,8; Römer 5,1.2.

"Ich kenne deine Werke!" Nichts ist dem auferstandenen Herrn bei den Christen in Philadelphia verborgen. Er kennt ihre Situation, ihren Einsatz, ihre Hingabe, ihre kleine Kraft. Ganz persönlich spricht er ihnen zu: "Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan!" Er hat ihnen nicht nur die Tür aufgeschlossen in das Himmelreich, sondern auch zu allen Schätzen Gottes. Der Lebensraum, in den Jesus uns einführt, bedeutet keine Einengung für uns - im Gegenteil, er selbst sagt: "Wer durch mich eingeht, der wird selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden... Ich bin gekommen, dass sie das Leben finden, Leben im Überfluss." "In ihm seid ihr reich gemacht in allen Stücken!" "In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist" (Kol.2,2.3.9.10). In Jesus ist uns der Weg zur Entfaltung des neuen Lebens geöffnet. Er hat uns die Tür aufgeschlossen zu einem Leben, das uns teilhaben lässt an seiner überströmenden Gnade, an seinem Reichtum, an seiner Weisheit und seiner Kraft. Immer neue Segnungen hat er für uns bereit. "Aus seiner Fülle haben wir genommen, eine Gnade um die andere" (Joh.1,16; lies 1.Kor.2,9-12; 2.Kor.9,8; Phil.4,19). Paulus schreibt den Philippern, dass all das, was ihm vorher als Vorzug unter Menschen erschien, im Vergleich zu dem in Jesus Christus gewonnenen Reichtum nichts mehr bedeutete (Phil.3,1-10). In der Bibel werden viele Türen erwähnt, die uns aufgetan sind: Da ist die Tür der Hoffnung, die Tür des Glaubens, die Tür zur Fruchtbarkeit, die Tür des Wortes. Und zuletzt: "Siehe, eine Tür ward weit aufgetan in den Himmel!" Wie reich sind wir in Jesus! (Lies Ps.16,11; 1.Kor.1,3-8; Eph.1,18.19.)

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Mittwoch,3.Mai Offenbarung 3,8.9; Kolosser 4,3-6.

"Siehe, ich habe dir eine Tür aufgetan." Die Christen in Philadelphia sind durch Jesus, die Tür, ins Reich Gottes eingetreten. Sie haben auch Gottes reiche Gaben angenommen, sie nicht achtlos beiseite gelassen. Als Gemeinde tat ihnen der Herr noch eine andere Tür auf - die Tür zu den Menschen. Jedem, der durch die "Tür Jesus" eingegangen ist, gilt: "Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch." Als Jünger Jesu sind wir gerufen, andere einzuladen, zu ihm zu kommen - Kollegen am Arbeitsplatz, Nachbarn von nebenan, Mitstudenten, Mitschüler, Kinder, einfach alle, die unseren Weg kreuzen. "Mir ist eine große Tür aufgetan, die viel Frucht wirkt", schreibt Paulus. Er benützte jede Gelegenheit, mit den Menschen von dem zu reden, was sie zu ihrer Rettung und zu einem erfüllten Leben brauchen. Die Christen in Ephesus und uns ermutigt er: "Als Schuhe an euren Füßen tragt stets die Heils- und Friedensbotschaft Gottes und bringt sie, wohin ihr kommt, den Menschen" (Eph.6,15; lies Luk.14,21-23; 2.Kor.5,11a.14-21; 2.Tim.4,1.2). Wenn wir aus der Freude der Gemeinschaft mit Jesus und im Gehorsam die "offene Tür des Wortes" benützen, wird das Wort selbst zu einer Tür, durch die Menschen gehen und die Rettung in Jesus Christus finden. (Lies Apg.2,14.37-41; 16,13-15.30-34.) Im Korintherbrief schreibt Paulus: "Meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in Worten, durch die menschliche Weisheit die Menschen überzeugen will; dagegen war sie begleitet von deutlichen Wirkungen des Geistes und von göttlicher Kraft" (1.Kor.2,1-3). Wir meinen vielleicht, wir müssten diese oder jene Befähigung haben, ehe wir wirkungsvoll Zeugnis von Jesus Christus geben können. Unser Zeugnis aber ist nicht davon abhängig, was wir können. Es ist abhängig von dem Herrn, davon, dass wir nahe bei Jesus sind - "aus mir wird deine Frucht gefunden". Selbst die "kleine Kraft" wird von Gott gebraucht!

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Donnerstag,4.Mai Offenbarung 3,8.9; Hiob 42,2.

Seinen schwachen Leuten verspricht der Herr: "Siehe, ich" - ich gebe deinem Zeugnis Nachdruck, allem menschlichen Widerstand gegenüber, allem gegenüber, was hoffnungslos aussieht. Haben wir hoffnungslose Fälle in unserer Umgebung? Menschen, für die wir vielleicht schon lange beten? Sind wir in Gefahr, uns damit abzufinden, dass sich nichts mehr bewegt, dass die Betreffenden nichts mehr begreifen, Jesus nicht mehr annehmen können? Bei Jesus ist Hoffnung für hoffnungslose Fälle. "Siehe, ich", sagt der auferstandene, allmächtige Herr aller scheinbaren Aussichtslosigkeit gegenüber. Welch ein Trost:"Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist möglich bei Gott." (Lies Matth.19,23-26; Luk.3,8; vgl.Jer.32,17.27.) Wir wollen die Hoffnung nie aufgeben. Noch in letzter Stunde rief ein Mitgekreuzigter Jesus um Erbarmen an, und Jesus sprach zu ihm: "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein" (Luk.23,42.43). - "Siehe, ich!" In einer Bibelstunde wurden wir an die Christen in China erinnert: "Es kann uns ein großer Trost und eine Hoffnung sein, an die Gemeinde Jesu in diesem Land zu denken. Als alle Missionare das Land verlassen hatten, als nach außen alle Türen verschlossen und der Bambus-Vorhang ganz dicht war, da hat Gott den Gläubigen im Land dennoch Türen aufgeschlossen. In den vielen Jahren von Maos Gewaltherrschaft wurde das Evangelium weiter verbreitet und die Gemeinde Jesu wuchs. Die 'Pforten der Hölle' konnten sie nicht zerstören, wie es die großen Machthaber geplant hatten" (Matth.16,18; vgl.2.Chron.32,7b; Ps.2,1-6; 1.Kor.15,57; 16,13). A.Bengel schreibt: "Kein Feind kann den Fortgang des Werkes Jesu aufhalten. Aber auch kein Wohlgesinnter, der bisweilen anders hinaus will als der Herr selber. Wo Jesus Hindernisse zurückhält, kann sie niemand in Gang bringen. Und wo er Hindernisse hält, da ist die Tür offen und bleibt sie offen. Wo er eine Öffnung schafft, da kann keine weltliche Gewalt sie hindern."

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Freitag,5.Mai Offenbarung 3,8.9; Jesaja 43,21.

Die Christen in Philadelphia standen in einer großen Auseinandersetzung. Sie wurden durch einflussreiche Juden, religiöse Fanatiker, die sich dem Messiasanspruch Jesu verschlossen, bekämpft. Sie sagten ihnen: Was wollt ihr eigentlich? Ihr seid überhaupt nicht von Gott angenommen. Wir sind die Auserwählten, wir sind die treuen Juden. Wir würden heute sagen, es ging um die wichtige Frage: Wahre und falsche Kirche. Der Herr aber stand auf der Seite der Glaubenden und sagte der verachteten Christenschar, dass diese Juden, die sich als Hüter der Religion ansahen, Lügner waren. Er bestärkte die Glaubenden nicht darin, eine Auseinandersetzung mit ihnen zu beginnen: Kämpft mit ihnen, zwingt sie in die Knie. Nein, er sagte: "Ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe." David schreibt: "Ich höre, wie viele über mich lästern. Sie halten Rat miteinander über mich... Ich aber hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! ... Wie groß ist deine Güte, Herr, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen" (Ps.31,14.15; vgl.Apg.16,23-27). "Sie sollen erkennen, dass ich dich geliebt habe." Das Leben der Christen spricht oft lauter als alle Worte. Schon mancher Widersacher wurde dadurch zum Nachdenken gebracht. Saulus von Tarsus, der Christenhasser, hat der Steinigung des Stephanus mit Genugtuung zugesehen. Sicher hat er auch die Worte des Stephanus gehört: "Herr, rechne ihnen ihre Sünde nicht an." Ob diese herzliche Verbundenheit des Sterbenden mit Jesus Christus in seinem Innersten nachklang, als der Auferstandene ihm vor Damaskus begegnete und er in dessen Licht sein bisheriges schuldbeladenes Leben erkannte? (Apg.7,60.61; 9,5; lies Phil.2,14.15; vgl.1.Kor.14,25). Erkennen die Menschen, dass unsere Gemeinschaft mit dem Herrn eine Gemeinschaft der gegenseitigen Liebe ist?

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Samstag,6.Mai Offenbarung 3,8; 14,12; Johannes 14,23.

3. Das Wort Jesu und sein Name

"Aber du hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet." Die kleine Gemeinde in Philadelphia war eine treue Gemeinde. In den Anfechtungen hielten sie am Wort Gottes fest. Was Mose einst zu Israel sagte, beherzigten diese Christen: "Und nun, Israel, was fordert der Herr von dir als nur, dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst?" (Lies 5.Mose 10,12.13; Micha 6,8; Spr.3,1-4.) Es war nicht irgendein Wort, das den Christen in Philadelphia für ihr Glaubensleben wichtig war, es war das lebenschaffende Gotteswort (5.Mose 32,47a). Darin fanden sie die Kraft für ihren Alltag mit allen Anforderungen. "Bis heute ist der verborgene Umgang mit Jesus und seinem Wort kennzeichnend für Christen. 'Hören will ich, was Gott, der Herr, redet!' Wer seine Bibel unbekümmert durch Tage oder gar durch Wochen unangerührt liegen lassen kann, steht in keiner rechten Lebensbeziehung zu Jesus. Für einen Jünger Jesu ist es unmöglich, einen Tag ohne Gottes Wort zu leben. Im Wort liegt sein Leben. Dafür gibt es keinen Ersatz!" (E.Schnepel). (Lies Ps.1,1.2; 1.Petr.2,2; 2.Tim.3,14-17.) - "Mein Wort!" - für alle Menschen, auch für die Menschen, die ganz in der Welt leben, ist es wichtig, dass sie Gottes Wort hören. Überall werden viele Worte gesprochen. Aber das entscheidende Wort, das den Menschen wirkliche Hilfe und Heil bringt, ist Gottes lebendiges Wort! Wenn wir dem Wort Gottes in unserem Leben und in unseren Gemeinden nicht mehr den Platz geben, der ihm gebührt, dann haben wir alles verloren. (Lies Matth.22,29.) Die Gemeinde in Philadelphia hatte zwar "eine kleine Kraft", aber doch war sie eine starke Gemeinde, eine gesunde Gemeinde, weil Gottes Wort es war, nach dem die Christen ihr Leben ausrichteten und das sie nicht für sich behalten konnten!

Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;

denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.

Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn?

Mir ist's nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun!

N.L.von Zinzendorf

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Sonntag,7.Mai Offenbarung 3,8; Apostelgeschichte 4,18-20.

"Du hast meinen Namen nicht verleugnet." Dem Herrn waren die Glaubenden mit der "kleinen Kraft" wertvoll. Warum griffen die Juden sie so an? Weil sie den Namen Jesu nicht verleugneten, weil sie sich freimütig zu ihm bekannten. Sie standen bei den Auseinandersetzungen auf seiner Seite und verleugneten ihn nicht. Sie nahmen es auf sich, von anderen Menschen verachtet oder belächelt zu werden. Echte Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und das Leben in seinem Licht macht frei von Menschenfurcht und auch davon, Menschen gefallen zu wollen. (Lies Spr.29,25; Gal.1,10.) "Die Welt, auch die religiöse Welt heute, kann das entschiedene Bekenntnis zu Jesus Christus und seinem Wort schwer ertragen. Toleranz gegenüber Andersdenkenden ist geboten. Die Glaubenden der ersten Zeit - auch in Philadelphia - zogen sich nicht angstvoll in ihre Kämmerchen zurück, sondern predigten überzeugt und mutig die Botschaft von Jesus Christus. Sie gaben sich selbst auf, um alles ihrem Heiland zu geben. Sie waren bereit, für ihren Glauben zu leiden und dafür sogar in den Tod zu gehen. (Lies Apg.5,41; 2.Kor.6,4-10; 1.Petr.2,20; 5,10.) Sie waren im positiven Sinne bereit, einseitig zu sein um der Wahrheit willen. Kompromisslos gingen sie ihren Weg, ohne sich an den damaligen, auch religiösen Zeitgeist anzupassen. Im Klartext: Die Christen zeigten Profil ... Nur deshalb konnte überhaupt ein christliches Abendland entstehen. Nur so kann heute Gemeinde Jesu im Pluralismus der Zeit ihren Mann stehen, überleben" (S.Holthaus: Trends 2000). "Wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit!" "Wenn du auf mich hörst, wirst du vertraut mit dem, was richtig, gerecht und gut ist. So kannst du ein Leben führen, das Gott gefällt... So wirst du vor Fehlern bewahrt, du wirst gewappnet gegen Menschen, die mit ihren Worten andere täuschen" (Luk.9,26; Spr.2,9-11; lies Ps.119,46; Matth.10,28-33; 1.Joh.4,15-18).

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Montag,8.Mai Offenbarung 3,10; Hebräer 10,35.36.

In Verbindung mit Vers 8 haben wir uns klargemacht, was es bedeutet, das Wort des Herrn zu bewahren. Hier wird das Wort das "Wort von der Geduld" genannt. Welche Geduld ist wohl gemeint? Man kann dieses Wort in doppeltem Sinn verstehen und auslegen: Das "Wort der Geduld" meint zum einen: Bleibe geduldig unter deiner Last, sage ja zu deiner Last! Lass dein Kreuz auf dir, wirf es nicht ab! (Lies 2.Thess.1,4; Jak.1,2-4.12.) Man kann es auch noch anders ausdrücken, man kann auch sagen: Das "Wort von der Geduld" bezieht sich auf das Leiden Jesu. Er gibt uns das höchste Vorbild, er, der "Gerechte, der für uns, die Ungerechten", in den Tod ging. Er hätte in Gethsemane von seinem Vater zwölf Legionen Engel zu seiner Hilfe erbitten können. "Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss?", sagte er Petrus, der ihn vor dem Kreuz bewahren wollte (Matth.26,52-54; lies Joh.12,24-27; 1.Petr.2,23). Das Wort von der Geduld wird durch Jesus zum "Wort vom Kreuz". Der Blick auf den Gekreuzigten beschenkt uns mit seiner Kraft, dass wir unter unserem Kreuz bleiben. "Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir." "Wir wollen solche sein, die mit Geduld laufen in dem Kampf, der uns verordnet ist. Dabei lasst uns unverwandt auf den Herrn Jesus blicken... Um die Freude zu erlangen, die ihn am Ziel erwartete, hat er des Kreuzes Pein erduldet - geduldig getragen ... Ja, schaut ihn an..., dann werdet auch ihr im Kampf nicht ermüden" (Matth.16,24; Hebr.12,2.3). Zwei Christen, die einen schweren Leidensweg geführt wurden, bezeugten: "Wir sind und waren keine Helden. Als wir diese schweren Wege gehen mussten, war uns klar, wir können nur im Aufblick zu Jesus durchhalten. Das hat uns geholfen. Jesus hat uns durchgetragen." (Lies Ps.68,20; 138,7; Jes.63,7-9.)

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Dienstag,9.Mai Offenbarung 3,10.11; Psalm 91,1.2.15.16.

4. Die Bewahrung, die Jesus schenkt

Das ist das Glück der Schwachen, die sich selber nicht bewahren können, dass der Herr ihnen sagt: "Ich will dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen." Die Ausleger sind sich nicht einig, wann die "Stunde der Versuchung" sein wird. Wird sie vor Jesu Wiederkunft, während oder am Ende der Drangsalszeit sein? Wenn wir uns an diesem Punkt auch nicht festlegen wollen, das eine ist sicher: Es gibt auf Erden schon viele Länder, in denen Christen in schwersten Leiden stehen, sie werden buchstäblich mit dem Tod bedroht. Unsere Leiden sind dagegen noch sehr klein, aber Versuchungen und Verführungen haben manche schon schwer getroffen. Doch in solche Anfechtungsstunden hinein sagt unser im Himmel thronender Heiland: "Weil du mein Wort von der Geduld, vom Ausharren bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren." (Lies 1.Kor.10,13; Phil.1,28-30; Jak.5,11; Jud.24.25.) Der altböse Feind, der Widersacher Gottes, darf Jesus-Nachfolger nicht beschädigen. Der Herr sorgt für unsere Sicherheit. "Der Name des Herrn ist eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird bewahrt" (Spr.18,10). Der Herr Jesus spricht es im Hohenpriesterlichen Gebet aus: "Vater, ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen." Petrus schreibt in seinem Brief, in dem er unseren Blick auf das ewige Erbe richtet, das uns erwartet: "Die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde in der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen" (Joh.17,15; lies 1.Petr.1,3-9). Das ist das Glück der "Schwachen, Kleinen", dass sie sagen dürfen: Herr, ich kann für mich nicht garantieren, aber bewahre du mich, mein Gott, denn ich traue auf dich! (Lies Ps.16,1; 25,20.)

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Mittwoch,10.Mai Offenbarung 3,11.12; Kolosser 3,4.

5. Jesu Zusagen sind unser Glück

"Siehe, ich komme bald!" Der Herr Jesus stellt denen, die noch mitten im Glaubenskampf stehen, seine Wiederkunft als herrliches Ziel in Aussicht. Nicht Versuchung, Anfechtung, Kampf sind das Letzte - Jesus kommt, um uns zu sich zu holen. "Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf dass, wo ich bin, auch ihr seid." "Werft eure freudige Zuversicht nicht weg! ... Nur noch eine Weile, dann wird kommen, der da kommen soll." (Lies Luk.12,35-37; Joh.14,1-3; Phil.3,20.21.) Es kommt nicht der große Weltfriede, es kommt auch nicht der große Weltuntergang, aber unser Herr kommt! "Ich komme bald - ich komme in Kürze - ich komme unerwartet!" Sören Kierkegaard ließ auf seinem Grabstein einmeißeln: "Noch eine kurze Zeit, dann ist's gewonnen, dann ist der ganze Streit in nichts zerronnen. Dann werd ich laben mich an Lebensbächen und ewig, ewiglich mit Jesus sprechen." Jesus ist der Kommende. Die Zukunft hat ihn zum Mittelpunkt. Es gibt Menschen, die über uns Christen lächeln, weil wir diese Erwartung in unser Leben einbeziehen. Sie halten uns für nicht realistisch. Aber die Erwartung seines Kommens gründet sich auf sein Wort: "Er wird so sicher erscheinen wie ein Morgenlicht und wird zu unserem Heil kommen!" (Lies 1.Thess.4,17.18; 5,1-8; Hebr.9,28.) Wir wollen in unsere Zeit der Unruhe und Enttäuschung das Licht der Erlösung und der hellen Zukunftsaussicht tragen: "Kauft die zur Verfügung stehende Zeit aus, denn wir stehen in bösen Tagen!" Jesus Christus ist in die Welt gekommen als Heiland und Retter, und er wird wiederkommen zu unserer vollkommenen Freude.

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Donnerstag,11.Mai Offenbarung 3,11.12; Hebräer 13,8.

Mit der Ankündigung seines Kommens verbindet der Herr die Ermahnung: "Halte, was du hast!" Die Gemeinde in Philadelphia hatte viel empfangen. Sie hatten sein Wort empfangen, hatten Jesus als ihren Retter kennen gelernt, ihnen waren die Sünden vergeben. Sie lebten im Licht und hatten viel Erkenntnis über göttliche Dinge. Darum sollten sie festhalten, was ihnen wertvoll und kostbar war, was ihr Leben erfüllte: Jesus Christus! Geistliche Erkenntnis gewinnen wir meistens schneller, als wir sie festhalten. Dazu gehört Treue und Wachsamkeit im täglichen Einerlei, gehört, dass geistliche Gaben bewahrt und in die Lebenspraxis umgesetzt werden. Unversehens können wir verlieren, was uns am Anfang unseres Glaubenslebens wertvoll war. (Lies Phil.3,12-14; Hebr.6,11.12.) Vielleicht erfüllt uns Wehmut, wenn wir auf die vergangene Zeit zurückschauen, weil wir uns sagen müssen: Damals - vor zwei oder drei Jahren - war ich näher bei Jesus, ich habe verloren, womit ich von ihm beschenkt worden bin. Sollte jemand in einer solchen Situation sein, dann ist heute ein Tag, an dem wir zu Jesus umkehren und ihm sagen können: Herr, ich habe das, womit du mich beschenkt hast, nicht festgehalten. Ich war nicht wachsam. Es tut mir Leid. (Lies Hiob 33,26-28; Ps.34,19.) "Es gibt immer eine Rückkehr in das anfängliche Leben mit Christus. Es kann jederzeit die erste Liebe zu ihm wieder in uns Platz greifen und die Macht werden, die uns führt. Es soll keiner sagen: Es ist zu spät... Wir sind umschlossen von der Liebesmacht dessen, der seinen Kindern in großer Treue zu Hilfe kommt, dass sie wirklich festhalten können, was er ihnen gab" (E.Schnepel). Der Mahnung zum Festhalten fügt der Herr hinzu: "Damit niemand deine Krone raube!" Wir sind noch nicht am Ziel angekommen. Erst dort wird die Krönung unseres Lebens sein. "Glücklich ist der zu nennen, der die Bewährungsproben besteht und im Glauben fest bleibt. Gott wird ihn mit dem Siegeskranz, dem ewigen Leben krönen. Das hat er allen versprochen, die ihn lieben" (Jak.1,12; lies 1.Kor.9,25; 2.Tim.2,5; 4,7.8).

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Freitag,12.Mai Offenbarung 3,12; Jesaja 56,5.

"Wer überwindet, den will ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes." Der Herr Jesus hat als Sohn über das Haus Gottes (Hebr.3,6) das Recht, Ehrenplätze und Auszeichnungen zu verleihen. Den zwölf Aposteln hat er zwölf Throne und die Herrschaft über das Volk Israel verheißen, ebenso eine besondere Stellung in der Gemeinde Jesu, die den Tempel Gottes darstellt. (Lies Matth.19,28.29; Eph.2,19-22; Offb.21,14.) Den Überwindern zeigt er in dieser Verheißung ein Schlussbild von dem, was sie einmal sein werden: sie werden Säulen sein in der neuen Stadt Gottes - Säulen, die nicht mit ihrem Namen geziert sind. Auf ihnen stehen andere Namen: "Ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem... und meinen Namen, den neuen!" - Drei kleine Worte sind es, die in der Verheißung für Überwinder stehen und uns mit tiefer Freude erfüllen sollen: "Ich will machen!" Unser Leben steht unter dieser Ewigkeitszusage. Der Apostel Johannes schreibt: "Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden" (1.Joh.3,1.2; lies Joh.1,12; Gal.4,5.6). Gottes Kind zu sein, diese wunderbare Gewissheit tragen wir in uns, während wir noch widrigen Mächten und Einflüssen ausgesetzt sind. Eine große Zukunft wartet auf Gottes Kinder. Vieles ist noch dunkel, verhüllt und verborgen, unser Erkennen ist nur Stückwerk. Noch ist "unser Leben mit Christus verborgen in Gott. Wenn aber Christus, unser Leben, geoffenbart wird, dann werden auch wir mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit" (Kol.3,3.4). Im Blick auf diese Herrlichkeitsaussicht schreibt Paulus: "Unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare." Solche Zusagen sollen uns trösten bei allen Anfechtungen und Bedrängnissen unserer Tage. Sie wollen uns herausheben aus Zweifel und Not. (Lies 2.Kor.4,16-5,7.)

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Samstag,13.Mai Offenbarung 3,12; Jeremia 1,18.

Überwinder haben die große Zukunftsaussicht, dass sie einmal zu Säulen gemacht werden in dem Herrlichkeitstempel Gottes. In den Briefen schreiben die Apostel an die Christen, dass sie schon hier auf Erden der Tempel des lebendigen Gottes sind. "Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" "Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes" (1.Kor.3,16; 2.Kor.6,16). In Galater 2,9 nimmt Paulus auch den Gedanken der "Säulen" auf. Er schreibt, dass "Jakobus und Kephas und Johannes als Säulen in der Gemeinde angesehen wurden". Die Hauptaufgabe von Säulen ist, einem Gebäude Festigkeit zu geben und das Dach zu tragen. Aber sie dienen auch der Schönheit, sind Zierde und Schmuck. (Vgl.2.Mose 36,35-38.) So waren die drei Männer in der ersten Gemeinde Halt und Stütze. Doch nicht nur die Apostel, wir alle sind gerufen, Überwinder zu werden, damit der Herr uns zu "Säulen" machen kann, da, wo er sie braucht. In einem großen Bau - wie zum Beispiel den mittelalterlichen Kathedralen - gibt es Säulen und Querbalken: Säulen tragen, Querbalken werden getragen. "Einer trage des andern Last, auf solche Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen, das Christus selbst bestimmte hier auf Erden - das Gesetz der Liebe" (Gal.6,1-4; lies Jes.41,6; Röm.14,1; 15,1.2). Im Tempel Salomos waren zwei besondere Säulen mit bedeutungsvollen Namen: "Jachin" - das heißt: Er wird feststellen. "Boas" - das heißt: In ihm ist Stärke (1.Kön.7,21.22). Die Kraft, um selbst im Glauben festzustehen und die Lasten anderer auf sich zu nehmen, finden wir allein im Herrn. (Lies Ps.28,7; 81,2; 2.Kor.12,9.10.) Damit sind wir wieder bei dem "Glück der Schwachen". Sie haben einen starken Herrn, der sagt: "Ich will machen!" - aus dir mit deiner "kleinen Kraft" will ich etwas Notwendiges und Schönes machen: eine Säule, die trägt und ziert, an der ich meine Freude habe und die zum Segen ist an dem Platz, den ich für dich erwähle.

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WAS JESUS SEINEN JÜNGERN MIT AUF DEN WEG GAB

Sonntag,14.Mai Johannes 14,27; Epheser 2,14.

Als Jesus seine Jünger auf ihren Abschied von ihm vorbereitete, übergab er ihnen ein Abschiedsgeschenk: "Frieden hinterlasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht." Kennen wir die innere Unruhe, das Umgetriebensein, das es uns schwer macht, zur Ruhe zu finden? Mancher verbirgt seine Sehnsucht nach Frieden hinter viel Aktivität. Er denkt: Wenn ich das Ziel erreiche, das ich mir für mein Berufsleben gesteckt habe, dann werde ich zur Ruhe kommen. Oder: Wenn wir unser Haus abgezahlt haben, dann werden wir zufrieden sein, das heißt, wir werden zum Frieden gekommen sein. Andere machen große Reisen in der Hoffnung, irgendwo in der Ferne Ruhe zu finden. Wieder andere besuchen Meditationskurse in der Erwartung, so den inneren Frieden zu erlangen. Die Angebote, die Ruhe, Frieden und innere Ausgeglichenheit versprechen, sind zahlreich. Und die Menschen lassen es sich oft viel kosten, um aus ihrer Friedlosigkeit herauszufinden. Aber bekommt man auf solche Weise wirklich Frieden? "Sie heilen den Schaden meines Volkes leichthin, indem sie sprechen: Friede, Friede, wo doch kein Friede ist" (Jer.6,14; lies Jes.48,22; 59,8; Ps.32,1-5). Der echte Frieden, der sogar über den Tod hinaus Bedeutung hat, hat einen Namen: Er heißt Jesus Christus. "Er ist unser Friede", schreibt Paulus. Zum Friedensschluss mit uns hat Gott seinen Sohn in die Welt gesandt. Am Kreuz von Golgatha wurde der Frieden zwischen Gott und den Menschen geschlossen. Jesus Christus, der Sohn Gottes, "ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jes.53,5; lies Kol.1,20; Röm.5,10.11).

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Montag,15.Mai Johannes 14,27; Römer 5,1.

„Wir haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus." Der tiefste Grund für die Friedelosigkeit und Unruhe vieler Menschen besteht darin, dass sie Gottes Friedensangebot noch nicht angenommen haben. „Das ist ja lächerlich!“ rief ein Bankdirektor, als ein Geschäftsfreund mit ihm darüber sprach, wie man zum Frieden mit Gott kommt. „Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Gott sich zufrieden stellen lässt durch den Tod Jesu Christi? Wenn ich selig werden will, muss mir das durch eigene Anstrengung gelingen!“ Der Geschäftsfreund erwiderte: „Sie meinen, Sie hätten ein Recht, ihren eigenen Erlösungsweg zu konstruieren? Damit verwerfen Sie aber Gottes Weg. Angenommen, ein Mann würde Sie bitten, ihm eine größere Geldsumme zu leihen. Wer würde in diesem Fall die Konditionen festlegen?“ „Ich natürlich. Er müsste auf meine Bedingungen eingehen", antwortete der Bankdirektor. „Genau das ist Ihre Lage. Sie sind ein mit Schuld beladener Mensch. Sie brauchen Gottes Hilfe und Vergebung. Wer hat das Recht, festzulegen, nach welchen Grundsätzen Sie seine Rettung bekommen können?“ „Natürlich hat nur Gott das Recht dazu.“ „Und trotzdem haben Sie sich Ihren eigenen Erlösungsweg zurechtgemacht. Gott bietet Ihnen heute seine Erlösung an. Sind Sie bereit, auf Gottes Bedingungen einzugehen?“ Wir wissen nicht, wie das Gespräch ausging. (Lies Röm.3,22b-24.) Gottes Angebot und seine Bedingungen sind sehr großzügig. Wir können dabei nur gewinnen. Wenn wir mit unserer Schuld zu ihm kommen, rechnet er uns das Opfer Jesu als Lösegeld an. (Lies 1.Petr.1,18.19.) Gott muss nun nicht mehr wegen unserer Schuld gegen uns sein. Darüber dürfen wir uns freuen: Gott hat "seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken“? "Ich will ihnen dauernden Frieden gewähren" (Röm.8,31.32; Jer.33,6b). Wer in Gottes ausgestreckte Hand einschlägt, hat Frieden mit Gott und ewiges Leben. (Lies Joh.5,24; Apg.4,12; Röm.10,12.13; Eph.2,8.9.)

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Dienstag,16.Mai Johannes 14,16.17; Römer 14,17.

Jesus kündigte seinen Jüngern an: "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit. Er bleibt bei euch und wird in euch sein." Wenn wir Frieden mit Gott haben, wirkt der Heilige Geist auch in unserem Inneren Frieden. Diesen Frieden können wir als trostvolle Geborgenheit beschreiben, die er uns auch mitten in ungeborgenen Verhältnissen geben will. Er ist unabhängig von den Lebensumständen und Verhältnissen. "Ich will ihnen eine Fülle von Frieden offenbaren." Im Frieden zu sein, wenn alles nach Wunsch geht und uns keiner infrage stellt, ist keine Kunst. Aber Jesus sagt: "Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch Frieden. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht." Luther drückte den Unterschied zwischen dem Frieden, den die Welt gibt, und Christi Frieden einmal treffend aus, als er an den Prior von Neustadt schrieb: "Ihr suchet und begehret zwar Frieden, aber verkehrt. Denn Ihr suchet ihn, wie die Welt ihn gibt, nicht wie Christus. Wisset Ihr auch, dass Gott darum wunderbar ist in seinem Volk, weil er den Frieden in die Mitte keines Friedens gestellt hat, das ist mitten unter alle Versuchungen? Er hat also nicht einen Frieden, den niemand stört, denn das ist der Welt Frieden, sondern einen solchen, der, wenn ihn alles beunruhigt, alles ruhig mit Frieden duldet." Wir sagten uns: Der Friede mit Gott hat einen Namen: Jesus. Der innere Frieden ist an unsere Verbindung mit Jesus gebunden. In seiner Gegenwart kommen wir zur Ruhe. In seiner Nähe können wir aufatmen. "Meinen Frieden gebe ich euch", versprach er, "darum erschreckt nicht und fürchtet euch nicht!" Mitten in Hektik und Unruhe können wir vertrauensvoll mit seinem Frieden rechnen. (Lies 2.Thess.3,16; Ps.4,9.)

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Mittwoch,17.Mai Philipper 4,6.7; 1.Petrus 5,7.

"Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus." Wie zur Zeit des Apostels Paulus die Tore einer Stadt von innen bewacht wurden, so bewacht und bewahrt der Friede Gottes die Tore unseres Herzens. Wir können allerdings aus diesem Schutzraum ausbrechen. Vor allem Sorgen treiben uns hinaus. Deshalb sagt Paulus uns: "Sorget um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden." Wenn wir immer wieder alles Belastende und Bedrückende in Gebet umwandeln, bleiben wir im Schutzbereich des Friedens Gottes und damit nahe bei Jesus. Alle unsere Sorgen können wir bei ihm abladen. Er ist ihnen gewachsen und hat die Macht, Situationen zu verändern. "Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch." (Lies 1.Chron.16,11; Ps.65,3; Eph.6,18; Kol.4,2; 1.Thess.5,17.) Daniel machte es so und kam auf diese Weise bewahrt durch die politischen und personellen Umwälzungen, die er im Laufe der Jahre am babylonischen Königshof erlebte. "Daniel hatte aber in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott" (Dan.6,11). In diesen Gebetszeiten empfing er die Kraft und den Mut, sich zu dem lebendigen Gott zu bekennen, selbst angesichts der Drohung, in den Löwenzwinger geworfen zu werden. Durch die Gebetsverbindung mit Gott konnte er auch die Anerkennung, die ihm zuteil wurde, richtig verarbeiten und Gott für alles die Ehre geben. Das Gebet wird ihm auch später geholfen haben, nicht bitter zu werden, als er vergessen wurde (Dan.2,48.49; Ps.115,15). "Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!" (Matth.26,41; vgl.2.Kor.6,4.8).

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Donnerstag,18.Mai Matthäus 11,28.29; 6,9.10.

Wie bleiben wir im Schutzbereich des Friedens Gottes? Jesus lädt uns ein: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." Jesus will uns beschenken mit seinem Frieden und er fordert uns auf, dass wir von ihm lernen sollen. "Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen." Er strebte nicht nach Selbstverwirklichung, was uns oft so unruhig macht. Er sagte: "Ich suche nicht meine Ehre" (Joh.8,50). Jesus ging es um den Vater, um sein Reich, seinen Willen, seine Verherrlichung. Ganz knapp drückte er das im Vaterunser aus und buchstabierte es uns vor: "Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe." Wenn wir diese Bitten zu unserem Herzensanliegen machen, bleiben wir im Schutzbereich des Friedens Gottes und nahe bei Jesus. (Lies Hebr.12,2; Matth.6,33.) Und wenn wir uns einmal herausbegeben haben, weil uns andere Ziele wichtiger wurden? Dann dürfen wir als Schuldbeladene zu unserem Herrn zurückkehren, ihn um Vergebung bitten und uns neu in seine Nachfolge einreihen. In seinen Fußspuren sind wir dann wieder im Schutzbereich seines Friedens. (Lies Ps.38,5; 51,3-6.19; 1.Petr.2,21.24; Joh.8,12; 10,27.28; 12,26.) Der englische Evangelist Roy Hession bezeugt: "Ein Evangelist sagte: 'Erweckung ist nichts anderes als eine Reihe neuer Anfänge.' Das stimmt! Aber für den bußfertigen Menschen liegt jeder dieser Anfänge dem Ziel ein Stück näher. Der Weg eines Christen beginnt damit, dass ein Mensch sagen kann: 'Ich bin ein Sünder, aber Jesus ist mein Erlöser.' Tiefer ins Christenleben eindringen bedeutet zu erkennen, dass wir größere Sünder sind, als wir je gedacht haben, und dass Jesus ein größerer Erlöser ist, als wir uns je vorstellen konnten."

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Freitag,19.Mai Matthäus 11,25.26; 26,39.

Wie können wir im Schutzbereich des Friedens Gottes bleiben, wenn wir Schweres erleben oder uns unverstanden fühlen? Kennen wir innere Beunruhigung und Friedlosigkeit, wenn wir falsch eingeschätzt oder verkannt werden? Jesus erfuhr oft Ablehnung. Viele Menschen erlebten seine Wunder mit. Aber sie taten nicht Buße und kehrten nicht um zu Gott. Das war ihm ein tiefer Schmerz und doch betete er: "Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir." Jesus sagte: "Ja, Vater!" Er wusste sich in der Hand des Vaters. Wieviel Unrecht hat der Sohn Gottes erfahren. "Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf." (Lies Joh.1,1-3.10.11; Matth.8,20.) Auch in Gethsemane, als das Leiden und der Tod vor ihm standen, sagte er: Ja, Vater! "Nicht wie ich will, sondern wie du willst!" (Lies Joh.12,27.28; Hebr.5,7-9; 1.Petr.2,22-24; 2.Kor.8,9.) Die beiden Worte "Ja, Vater!" halten uns im Schutzbereich des Friedens Gottes. So erfuhr es die russische Fürstin Lieven. Ihre Familie, eine der reichsten und angesehensten in Russland, musste allen Reichtum zurücklassen und fliehen. Sie selbst geriet im Ural in Gefangenschaft und schrie zu Gott um Befreiung. Doch er erhörte ihr Gebet anders, als sie dachte. Er schenkte ihr nicht äußere Errettung, sondern wandelte ihr Wünschen so um, dass sie nur nach der Übereinstimmung ihres Willens mit der Führung Gottes verlangte, sei es auch durch noch tiefere Not und Tod. Da wurde ihr ein unaussprechlicher Frieden von oben geschenkt, und nie vorher war sie so glücklich wie damals in tiefster Nacht. (Lies Röm.15,13.)

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Samstag,20.Mai Johannes 16,33; Epheser 3,16.17.

Wir bleiben im Schutzbereich des Friedens Gottes, wenn wir uns bewusst machen: "Jesus ist der Sieger!" Er sagte: "Solches habe ich zu euch geredet, auf dass ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid mutig, ich habe die Welt überwunden." Solange wir auf Erden sind, werden wir Probleme, Nöte, Bedrängnisse haben. Aber wir sollen dennoch getrost und guten Mutes bleiben, weil Jesus Christus die Welt und Satan, den Fürsten dieser Welt, besiegt hat. Hudson Taylor ging während seiner Missionsarbeit in China durch viele Bedrängnisse. Häufig waren er und seine Mitarbeiter in Lebensgefahr. In einem Brief an seine Schwester beschrieb er, was es für ihn bedeutete, dass er in Jesus Frieden hatte. Das Wissen, dass wir durch den Heiligen Geist mit Jesus verbunden sind wie das Haupt mit den Gliedern, war ihm dabei die Hilfe. (Lies1.Kor.12,27; Eph.1,22.23; 5,30; Joh.15,4.5.) "Das Schönste ist die Ruhe, die das Einssein mit Christus bringt. Ich sorge mich um nichts mehr, seit mir das klar ist; denn Jesus ist fähig, seinen Willen hinauszuführen, und sein Wille ist der meinige. Es kommt nicht darauf an, wohin und in welche Umstände hinein er mich sendet. Muss er mir doch in der leichtesten Lage seine Gnade schenken und in der schwierigsten lasse ich mir an seiner Gnade genügen. Wenn Gott mich in große Verlegenheit bringt, muss er mir da nicht klare Leitung, in schwierigen Lagen viel Gnade, unter erdrückenden Verhältnissen und in Versuchungen viel Kraft schenken? Keine Furcht, dass seine Hilfsquellen der Not nicht gewachsen wären! Und seine Hilfsquellen gehören mir, denn er ist bei mir und wohnt in mir. Wie glücklich bin ich, seit Jesus so durch den Glauben in meinem Herzen wohnt!" (Lies 2.Kor.12,9.10; Phil.4,12.13; Kol.1,11.)

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Sonntag,21.Mai 1.Korinther 15,57.58; Kolosser 3,15.

Wir bleiben im Schutzbereich des Friedens Gottes, wenn wir mit dem Sieg Jesu rechnen. "Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!" Was uns auch bedrängen mag, der Verzagtheit und Entmutigung wollen wir keinen Raum geben, denn Jesus ist der Sieger. Er will uns mitten im Sturm durch die Verbundenheit mit ihm im Frieden bewahren. Dieser Friede in unserem Herzen ist menschlich nicht erklärbar, der Heilige Geist in uns wirkt ihn. "Die Frucht des Geistes ist Friede..." (Gal.5,22; lies Röm.8,6; vgl.Ps.27,1-3; 138,7.8). Mitten in stürmischen Verhältnissen kann er uns in seinen Frieden einhüllen wie in einen Mantel. "Die Wasserströme brausen, o Herr, die Wasserströme brausen stark, die Wasserströme schwellen mächtig an; aber mächtiger als das Brausen großer Wasser, mächtiger als die Meereswellen ist der Herr in der Höhe." "Ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist" (1.Joh.4,4; Ps.93,3.4; lies 1.Joh.5,4.5; Röm.8,35-37). Sein Friede hat auch Bedeutung, wenn wir vor einer Entscheidung stehen und dann den Herrn bitten, uns seinen Willen zu zeigen. Weicht er, so kann dies ein Signal sein, dass wir in Gefahr sind, einen falschen Weg einzuschlagen. Paulus schreibt: "Der Friede Christi regiere - wörtlich: herrsche als Schiedsrichter - in euren Herzen" (Kol.3,15). Doch nicht nur bei schwerwiegenden Fragen, auch in unserem täglichen Umgang mit den Menschen will Jesus uns durch seinen Frieden leiten. Betrüben wir ihn durch gereizte Worte, böse Gedanken, egoistische Ziele, verlieren wir seinen Frieden. Aber Jesus ruft uns zur Umkehr, um uns in seine Nähe zurückzuholen: "O dass du auf meine Gebote merktest! So würde dein Frieden sein wie ein Wasserstrom." (Lies Jes.48,17.18; 26,3.4; Ps.119,165; Eph.4,30-32.)

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Montag,22.Mai Matthäus 5,9; Epheser 4,1-3.

"Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden und zur Erbauung untereinander dient." Der Friede Gottes im Herzen verändert auch unser Verhalten zu unseren Nächsten. Wer dagegen in Unfrieden mit Gott, mit sich selbst und seinem Gewissen lebt, verbreitet vielfach Unfrieden und Aggression in seiner Umgebung. Doch im Grunde haben wir alle Sehnsucht nach Frieden. "Wenn sich doch der andere ändern würde!" wünschen wir uns manchmal. Vielleicht sollten wir aber beten: Herr, verändere mich. Jesus will zuerst aus uns Menschen des Friedens machen. Wenn sein Frieden uns erfüllt, können wir leichter hinhören auf das, was der Arbeitskollege, die eigene Frau oder der eigene Mann, die Kinder sagen. Vielleicht erkennen wir dann, worunter sie leiden, wo sie überfordert sind. Wir haben es dann auch nicht nötig, uns zu verteidigen oder immer Recht zu behalten. Oder wir können bei einem Streit dem andern das letzte Wort lassen oder wieder das erste Wort finden und ihm die Hand zum Frieden entgegenstrecken. (Lies Röm.12,18; 14,19; 1.Thess.5,12.13; 2.Tim.2,22; Hebr.12,14.) Wie nach jahrelangem Streit Frieden wurde, berichtete jemand: "Wir haben auf einem Grundstück zwei Häuser gebaut. In dem einen wohnt mein Schwager mit seiner Familie, im andern ich mit meiner Familie. Seit fast sechs Jahren gehen wir aneinander vorbei, als wären die anderen Luft. Es gab viel Streit, manchmal kam es fast zu Tätlichkeiten. Rechtsanwälte wurden bemüht. Im Schriftverkehr ging es per 'Sie'. Da wurde mir in meiner Stillen Zeit über dem Wort Gottes klar: Du musst heute zu deinem Schwager gehen, dich entschuldigen und ihn um Verzeihung bitten. Es fiel mir nicht leicht. Obwohl ich der Ältere bin, ging ich zu ihm und entschuldigte mich. Er war so erschüttert, dass auch er mich um Verzeihung bat für alles, was er uns angetan hatte. Wir reichten einander die Hand, holten unsere Frauen und versprachen, es nie wieder dahin kommen zu lassen."

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Dienstag,23.Mai Johannes 14,27-31; Jesaja 9,5.6.

Der Friede, den Jesus uns schenkt, hat noch eine weit umfassendere Dimension, als wir sie heute erfahren. Jesus ist der von Jesaja angekündigte Friedefürst: "Er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friedefürst." Jetzt übt er seine Herrschaft aus in denen, die ihn aufgenommen haben (Joh.1,12). Eines Tages jedoch wird er wiederkommen als der König aller Könige, der sein Reich aufrichtet auf Erden. Dann wird sich die Friedenssehnsucht der Völker erfüllen. "Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen. Sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen." (Lies Jes.2,1-4; 11,1-10; Dan.7,13.14; Matth.24,30.) Dieses Friedensreich kann nur kommen, weil Jesus Christus den Satan am Kreuz besiegte. Für tausend Jahre wird der Weltfriede möglich sein. So kündigten es schon die Propheten an, so lesen wir in der Offenbarung: "Er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn tausend Jahre" (Offb.20,1-6). Wir können als Kinder Gottes getrost sein, weil die Zukunft Jesus Christus gehört. Als Jesus seinen Jüngern die Abschiedsworte sagte: "Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch", stand ihm die Auseinandersetzung mit dem Fürsten dieser Welt noch bevor. Satan wollte ihn bezwingen, aber er konnte ihn nicht fassen, weil Jesus ohne Sünde war. - Ist es nicht zum Staunen und Anbeten, dass alles, was Jesus ist und hat, uns zugute kommt: seine Sündlosigkeit, sein Tod am Kreuz, sein Gehen zum Vater! Sogar seine Herrlichkeit will er mit uns teilen! (Lies 2.Kor.5,21; Kol.2,14.15; Hebr.2,14.15; Joh.17,24.) "Siehe, das heißt Christus recht erkennen, dass er uns mit allem, was er hat, aus lauter Güte Gottes geschenkt ist, und dass er für uns genug getan, die Seligkeit und das ewige Leben erworben hat; und dass uns dies alles ohn unser Verdienst gegeben wird durch ihn und um seinetwillen" (M.Luther).

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DIE AUSBREITUNG DES EVANGELIUMS IN PHILIPPI

Mittwoch,24.Mai Apostelgeschichte 16,11-15; Jesaja 28,29b.

Vom Heiligen Geist geleitet, kamen Paulus und seine Mitarbeiter nach Philippi, an den für sie von Gott bestimmten Wirkungsort. Als Erstes wurde uns von der Begegnung mit Lydia berichtet, "der der Herr das Herz auftat“. Dieses Erleben war für die Missionare auf dem neuen Kontinent - Europa - eine große Ermutigung und zugleich eine Bestätigung ihres Weges. Von Jesus vorbereitete Verhältnisse treffen wir dort an, wohin wir uns durch Gottes Geist leiten lassen, auch wenn er uns anders führt, als wir geplant haben. Oft hat der Herr schon längst damit begonnen, in einem Menschen das Verlangen nach ihm zu wecken, ehe wir nur daran denken. So erlebte es Paulus mit seinem Team. Ebenso war es Philippus ergangen, als er von dem Engel auf die "einsame Straße" gesandt wurde. Er konnte nicht ahnen, wem er auf der staubigen Landstraße zwischen Jerusalem und Gaza begegnen würde. Noch weniger konnte er abschätzen, wie entscheidend sein Gehorsam für Afrika wurde! Aber „er stand auf und ging hin“ (Apg.8,26-40; lies Jes.6,8). Wenn Jesus uns einen Auftrag gibt, stehen wir vor der Wahl, den gewiesenen Weg im Gehorsam zu gehen oder unsere scheinbar berechtigten Wenn und Aber vorzubringen. Wenn wir sie nicht überwinden, besteht die Gefahr, dass wir an unserem Platz bleiben und dass uns viel Segen und neue Erfahrungen mit Jesus verloren gehen. Schlimmer noch, wenn Menschen vielleicht deshalb die frohe Botschaft von der Liebe Jesu nicht hören, weil unsere Bedenken stärker sind als das Vertrauen und der Gehorsam dem Herrn gegenüber. Jesus schickt uns nicht in unvorbereitete Verhältnisse. Trotzdem kann es sein, dass wir Umstände antreffen, wie er sie den Jüngern beschrieb: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Aber er lässt uns nicht allein, er ermutigt uns: "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir!" (Lies Matth.10,16-22; Apg.19,9.10; Joh. 15,18-20; Ps.34,5.6.)

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Donnerstag,25.Mai Apostelgeschichte 16,16-22; Psalm 65,2.3.

Ein Angriff aus dem Hinterhalt

Zur "Zeit des Gebets" trafen Paulus und seine Mitarbeiter die Frauen am Fluss (V.13). In unserem Abschnitt lesen wir, dass sie "zum Gebet gingen". Regelmäßige Gebetszeiten waren die Hintergrundarbeit, dass das Evangelium in Philippi Eingang fand. Fürbitte war die Aufgabe der Glaubenden damals und ist unsere Aufgabe heute. Paulus wusste um die Kraft und Macht des Gebets. Darum rief er in seinen Briefen dazu auf. "Haltet an am Gebet!" "Betet auch für mich!" "Betet, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftut und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich in Fesseln bin" (Kol.4,2.3; Röm.15,30-33; lies 2.Kor.1,11; 2.Thess.3,1.2). Wenn der Apostel die Mitarbeit im Gebet so dringend erbat, wie viel mehr braucht die weltweite Gemeinde Jesu heute Beter! Vielleicht denkt jemand bekümmert: Ich kann nicht mehr viel tun für den Herrn. Das mag im Blick auf die körperlichen Kräfte zutreffen, nicht aber auf das Gebet. Indem wir die Hände falten für einzelne Menschen, für die örtliche Gemeinde und für die Christen in aller Welt, bauen wir mit am Reich Gottes. "Das Gebet der Gerechten hat große Kraft und Wirkung" (Jak.5,16; lies Matth.18,19.20; Luk.18,1). Nichts jedoch ist so angefochten wie unsere Gebetszeit, denn Kinder Gottes leben im Kampfgebiet. Wo wir um Menschen ringen, dass sie aus dem Reich der Finsternis befreit werden, macht sich Satan, der Feind Gottes und der Menschen, bemerkbar. „Gebet ist der von Gott bestimmte Kanal, durch den er seinen Segen zu andern fließen lässt. Manche Missionare in fremden Kulturen, manche Freunde in schwierigen Aufgaben werden durch unsere Gebete mehr gestärkt oder durch deren Nichtvorhandensein mehr geschwächt, als wir je erfahren werden. Einige meiner Freunde haben die Macht des Gebets erlebt, als sie durch verschiedene Krisen gingen... Durch das Gebet erfahren wir die rettende Kraft des allmächtigen Gottes“ (M.Green). (Lies Eph.3,14-19; 6,18-20.)

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Freitag,26.Mai Apostelgeschichte 16,16-22; Epheser 6,10.11.

Die Boten Gottes stießen in Philippi mit den finsteren Mächten des Heidentums zusammen. Eine Sklavin hatte einen Wahrsagegeist. Lukas schreibt von ihr: „Sie folgte Paulus und uns überall hin.“ Welche Anziehungskraft hatten die Männer für diese belastete Frau? Man hört geradezu ihr erregtes Schreien: "Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes, die euch den Weg der Rettung verkündigen.“ Es war nicht falsch, was die Frau aussagte, sie sagte die reine Wahrheit. Konnten ihre Worte nicht eine wirksame Unterstützung für die Sache des Evangeliums werden? Hätte Paulus darüber nicht glücklich sein können, dass selbst eine Wahrsagerin für sie sprach? Aber der Apostel durchschaute, wer hinter der Frau stand. Es war nicht der Heilige Geist, sondern ein böser Geist, der aus ihr sprach. „Paulus wurde unwillig darüber“ - „er duldet keine Reklame des Teufels für die Sache Jesu. Auch wenn sich Finsternismächte 'religiös' oder sogar 'christlich' tarnen, bleiben sie verderbliche Mächte des Feindes“ (W.de Boor). (Lies Mark.1,23-26; Matth.24,23-25; 2.Kor.11,13.14.) Der Teufel versuchte mit diesem Schachzug den Unterschied zwischen Licht und Finsternis zu verwischen. Er wollte die Leute durch die Täuschung verführen: Der Geist, der aus Paulus und seinen Mitarbeitern spricht, ist doch der gleiche Geist, der auch aus der Sklavin spricht. Satan kann sich sehr fromm zeigen, so dass man nicht immer sofort merkt, was für ein Geist es ist, der redet. Wir leben in einer Zeit der totalen Verwirrung und Vermischung, darum müssen wir wachsam sein, denn nicht jeder Geist kommt auch wirklich von Gott. "Ihr Lieben, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind" (1.Joh.4,1; lies Kol.2,4.8.18.19). Gottes Wort gibt Licht und ist der beste Schutz gegenüber einem verkehrten Geist, deshalb müssen wir unsere Bibel kennen.

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Samstag,27.Mai Apostelgeschichte 16,16; Jesaja 8,19.

Die Frau mit dem Wahrsagegeist "konnte die Zukunft voraussagen und brachte auf diese Weise ihren Besitzern viel Geld ein". Die Frage nach der Zukunft treibt heute viele Menschen um. Der Verlust der Gottesbeziehung, persönliche Lebenskrisen, Katastrophenstimmung und Zukunftsängste sind nur einige Gründe dafür, dass Wahrsagerei und das Lesen von Horoskopen in unserem Volk erschreckend großen Eingang finden. Es gibt kaum eine Zeitschrift, in der nicht Horoskope angeboten werden. Von vielen Menschen werden solche Voraussagen als harmlos dargestellt. Man lacht darüber und sagt: Ich glaube das gar nicht. Ich habe das nur zum Spass gelesen. Es ist alles doch nicht ernst zu nehmen. Aber so ist es nicht. Die Quellen, aus denen diese Praktiken stammen, liegen im Bereich Satans und seiner Dämonen. Paulus beschreibt sie in Epheser 6,12 so: „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ Schon im Alten Bund gab Gott dem Volk Israel klare Anweisungen: "Es soll niemand von euch wahrsagen, zaubern, Geister beschwören oder Magie treiben. Keiner darf mit Beschwörungen Unheil abwenden, die Zukunft vorhersagen oder mit Verstorbenen Verbindung aufnehmen. Wer so etwas tut, ist dem Herrn ein Greuel." (Lies 5.Mose 18,9-14; 3.Mose 19,26b.31; 20,6.) Wer sich freiwillig unter den Einfluss okkulter Mächte begibt, wird von ihnen gefangen genommen. Gott hat andere Möglichkeiten, uns durch sein Wort einen Blick für die Zukunft zu öffnen, so dass wir im Vertrauen zu Jesus sagen können: "Herr, meine Zeit steht in deinen Händen!" "Glücklich, wer sein Vertrauen auf den Herrn setzt und sich nicht denen zuwendet, die mit Lügen umgehen" (Ps.31,15.16; 40,5).

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Sonntag,28.Mai Apostelgeschichte 16,16; 1.Timotheus 4,1.

"Es begegnete ihnen eine Frau, sie konnte die Zukunft voraussagen." Gott aber sagt: "Über das Zukünftige fraget mich! Meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir anbefohlen sein" (Jes.45,11 Elb.Übers.). Mit einem solchen Wort will uns Gott im Blick auf die Zukunft den Weg weisen. Vor allem aber sagt er: Wenn du zu mir gehörst, dann wirst du deinen Platz bei mir in der Herrlichkeit haben. "Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten... und ich werde wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin." Diese Zukunftsperspektive übersteigt alle Vorstellungen (Joh.14,2.3; lies 1.Petr.1,3-9; 1.Joh.3,2). Und doch wählen so viele Menschen den anderen Weg und begeben sich in das Einflussgebiet des Teufels. Und die Folgen? Das erhoffte Glück bleibt aus. Ein Religionslehrer fragte in einer Klasse, wer sich schon mit okkulten Praktiken wie Tisch- oder Gläserrücken, Wahrsagerei, Kartenlegen, Horoskope lesen und dergleichen beschäftigt habe. Mehr als die Hälfte der Schüler sprach von Erfahrungen auf diesem Gebiet. Ein Mädchen hatte den Mut zu sagen: Ich habe seither große Angst! - Wer sich darauf einlässt, merkt bald, dass diese Dinge nicht so positiv und harmlos sind, wie sie sich anfänglich präsentieren. Sie fordern einen hohen Preis und bringen nie das versprochene Glück. Dahinter verbirgt sich die Absicht Satans, Menschen, die sich an ihn wenden, unter seine zerstörende Herrschaft zu bringen. (Vgl.1.Sam.28,3ff; Spr.14,12.) Wenn jemand schon in solche dunklen Dinge verwickelt wurde, vielleicht ohne dass er es wollte, darf er sich in die mächtigen Retterarme Jesu flüchten. In einem seelsorgerlichen Gespräch können wir uns in Jesu Namen von diesen Mächten lossagen. Das ist der einzige Weg um frei zu werden. "Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre!" "Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei" (1.Joh.3,8; Joh.8,36; lies 1.Kor.15,54b.55.57; Jak.4,7.8).

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Montag,29.Mai Apostelgeschichte 16,16-18; Sacharja 10,2.

Der Sieg Jesu

Mit Ausdauer und Hartnäckigkeit rief die Frau hinter Paulus und seinen Begleitern her. Warum wehrte ihr Paulus nicht sofort? Er tat es wohl deshalb nicht, weil er auf Gottes Stunde, auf Gottes Leitung wartete. Er handelte nach dem Vorbild Jesu: "Ich kann nichts von mir aus tun... ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat" (Joh.5,19.30). Paulus wusste, dass er im Kampf mit falschen Geistern nicht nach seinem Ermessen handeln durfte. Wie oft treibt uns unsere Ungeduld zu eigenmächtigem Handeln, ohne auf Gottes Stunde zu warten! "Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte bezwingt" (Spr.16,32). Warten wir wie Paulus den Zeitpunkt ab, bis wir "in Jesu Namen" dem Bösen entgegentreten können, dann werden wir nicht zuschanden werden. (Lies Jak.1,19.20; 3,2; Spr.14,27; 15,18.) Gegenüber den Mächten der Finsternis ließ der Apostel kein Schlupfloch offen für Rücksicht oder Toleranz. Er zeigte weder eine ängstliche Scheu noch ließ er sich auf eine Diskussion ein. Als Gott ihm zeigte, dass der Zeitpunkt zu handeln da war, trat er ihnen mit einem klaren Befehl entgegen und stützte sich dabei auf das Wort, das Jesus seinen Jüngern zugesprochen hatte: "Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz. Siehe, ich gebe euch Gewalt, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Kraft des Feindes; und nichts wird euch beschädigen" (Luk.10,18.19; lies Apg.8,18-23; Spr.21,31b). Im glaubenden Vertrauen auf den Sieg Jesu und in der Kraft unseres gegenwärtigen Herrn gilt es auch in unseren Tagen den Finsternismächten entgegenzutreten. In einer Liedzeile heißt es: "Jesus Christus ist der Sieger über Hölle, Tod und Teufel, darum wähl ich ihn!"

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Dienstag,30.Mai 1.Johannes 4,4.5; 5,4; Psalm 118,15.16.

"Paulus wandte sich um zu dem Geist und sprach: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, dass du von ihr ausfährst. Und er fuhr aus zu derselben Stunde." Jesus Christus ist Sieger über alle Mächte und Gewalten! An dieser Tatsache wollen wir festhalten, wenn wir Menschen vor Augen haben, die uns so gebunden erscheinen, wie es die Frau in Philippi war. Und wenn wir bekümmert sind wegen der vielen vom Teufel verblendeten und beherrschten Menschen in unserem Volk und in aller Welt, dann wollen wir uns vertrauensvoll darauf stützen: Jesus ist Sieger! (Lies Jes.49,24-26; 53,12.) "Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen." Jesu letztes Wort am Kreuz: "Es ist vollbracht!" bezeugt, dass der Teufel besiegt ist. "Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus" (Kol.2,15; 1,13.14; lies 2.Kor.4,3.4). Schon Hiob konnte in seiner Lage, als alles im Dunkel war, aussprechen: "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen!" Er wird Sieger bleiben, auch wenn jetzt noch alles dagegen spricht. - Was mag es für die bis dahin geknechtete Frau bedeutet haben, plötzlich frei zu sein! Für sie fing ein ganz neues Leben an. Nicht mehr unter der fremden bösen Macht, sondern befreit durch Jesus Christus. "Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis; in ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden durch sein Blut." So groß ist Gottes Gnade! (Lies Röm.8,1; 1.Kor.6,9-11; 1.Petr.1,18.19; vgl.Ps.40,3.4.)

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Mittwoch,31.Mai Apostelgeschichte 16,19-21; Markus 4,18.19.

Der Gegenschlag Satans

„Als aber ihre Herren sahen, dass damit ihre Hoffnung auf Gewinn dahin war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Oberen und führten sie den Stadtrichtern vor und sprachen: Diese Männer bringen unsere Stadt in Aufruhr; sie sind Juden und verkündigen Ordnungen, die wir weder annehmen noch einhalten dürfen, weil wir Römer sind.“ Die Besitzer der Sklavin waren empört. Ihre wirtschaftlichen Interessen standen auf dem Spiel, denn mit der Veränderung, die im Leben der Frau eingetreten war, ging ihnen das gewinnbringende Geschäft verloren und damit ihr Einfluss, denn Geld beherrschte schon damals die Welt. In ihrer Empörung bezeichneten sie Paulus und Silas als Unruhestifter, die die politischen Ordnungen durcheinander brachten. Interessanterweise gaben sie als eigentlichen Grund ihrer Anklage nicht Geschäftsschädigung an. Niemand lässt sich gerne nachsagen, dass er geldgierig oder geizig wäre. Die Stellung zum Geld prägt unseren Lebensstil. „Niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen. Genauso wenig könnt ihr zur selben Zeit für Gott und das Geld leben.“ „Wie oft sind die Menschen, die um jeden Preis reich werden wollten, den Versuchungen des Teufels erlegen. Solche unsinnigen und schädlichen Wünsche stürzen die Menschen in den Untergang und ins Verderben. Denn alles Böse wächst aus der Habgier. Schon so mancher ist ihr verfallen und hat dadurch seinen Glauben verloren. Wieviel Not und Leid hätte er sich ersparen können“ (Matth.6,24; 1.Tim.6,9.10; lies Spr.15,16; 30,8). Trifft dieser wunde Punkt auch uns? Mit H.von Lehndorff wollen wir beten: "Komm in unsere stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe Werben. Überwinde Macht und Geld, lass die Völker nicht verderben!" (Lies Luk.12,13-21; Spr.1,19; 11,28.)

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