Jesus nachfolgen heißt, seine Stimme zu hören und ihr zu gehorchen. Das gilt nicht nur für den Beginn eines Lebens mit Jesus. Wir gehen ein Leben lang in seiner Spur. Wir bedenken drei wichtige Kennzeichen der Nachfolge. Erstens: Nachfolge heißt, sich seiner Führung anzuvertrauen. Der Entschluss, Jesus nachfolgen ist gleichzeitig der Entschluss, unter seiner Führung zu leben. Als die ersten Jünger am See Genezareth ihre Fischernetze weglegten, gaben sie ihre eigenen Pläne auf, um fortan nach seinen Plänen zu leben. Jesus ging voraus, und sie folgten. Mit ihrer ganzen Existenz banden sie sich an diesen Herrn. Nachfolge hat immer wieder mit neuen Aufbrüchen zu tun. Aufzubrechen bedeutet, Altgewohntes zu verlassen, Unwesentliches zurückzulassen, um ihm zu folgen. Der Herr geht voraus, seiner Führung kann ich mich anvertrauen. Jeden Weg, jedes noch so raue und schwer begehbare Gelände kennt Jesus nicht als Zuschauer, sondern als der gute Hirte, der seiner Herde vorangeht. Selbst wenn es ein Weg durchs dunkle Tal ist, den man zu gehen hat, weiß niemand so viel vom Leiden wie dieser gute Hirte. In einem Choral legt der Dichter unserem Herrn diese Worte in den Mund: »Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite . . .« (J. Scheffler). Es ist etwas völlig Normales, Jesus zu folgen. Er sagt: »Meine Schafe hören meine Stimme, und sie folgen mir« (Joh. 10, 27). »Jesus nachfolgen heißt, in seinen Fußspuren gehen, sein, wo Jesus ist. Der Weg ihm nach ist der Weg der Hingabe, des Vertrauens und des Gehorsams« (H.Frey; lies 1.Petr. 2, 21; Ps. 84).
Ein zweites Kennzeichen der Nachfolge: Nachfolgen heißt, von dem zu lernen, der vorausgeht. Die Beziehung zwischen einem Jünger und seinem Meister war zurzeit von Jesus viel enger als die heute übliche Beziehung zwischen einem Schüler und seinem Lehrer. Ein Jünger und sein Meister waren nicht nur zu bestimmten Stunden, z.B. zum Unterricht, zusammen, sondern sie teilten ihr Leben miteinander. Der Jünger folgte seinem Meister auf allen seinen Wegen, er hörte, was der Meister sagte, und sah, wie er lebte. Nachfolger von Jesus sein heißt, ihn als Lehrmeister zu haben und selber der »Azubi« (Auszubildende) zu sein, der zum Lernen bereite Schüler. »Dieses Lernen umfasst die ganze praktische Nachfolge. Wenn Jesus sagte: :Lernt von mir9, so könnte man das ebenso gut so übersetzen: :Bestimmt von mir her eure Jüngerschaft.9 Es geht darum, dass wir den Jesus-Weg gehen. Leider wird das in der Christenheit oft vergessen. Deshalb lebt man so oft von der billigen Gnade. Darum ist heute auch der Hinweis wichtig, dass dieses Lernen nur geschieht, wo man Jesus durch die Bibel kennenlernt und sich seine Worte einprägt« (G. Maier). Echtes Christsein ist auch heute nichts anderes als Lern- und Lebensgemeinschaft mit Jesus. Wir lesen sein Wort und lernen ihn dadurch immer besser kennen. Wir entdecken immer neu, wie er sich in den verschiedenen Situationen verhalten hat, wir sehen seine große Liebe und Wahrhaftigkeit, sein Erbarmen und seine Geduld. Dann werden wir feststellen: Mit wachsender Jesus-Erkenntnis wächst auch unsere Selbst-Erkenntnis. Diese ist nicht unbedingt angenehm. Aber notwendig, damit wir wissen, welche Sündhaftigkeiten wir abzulegen haben. (Lies Eph. 4, 22-32.) Der Herr selber hilft uns, nicht nur abzulegen, sondern auch seine Art anzuziehen. (Siehe Kol. 3, 12-17.)
Ein drittes Kennzeichen der Nachfolge: Nachfolger führen Gottes Aufträge aus. Damals am See Genezareth erfuhren die eben in die Nachfolge gerufenen Männer gleichzeitig den Auftrag ihres Meisters: »Folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen« (Mark. 1, 17). Die Jünger sollten Menschen für Christus gewinnen. Als sie anfingen, Jesus nachzufolgen, bekam ihr Leben eine völlig neue Perspektive; denn die Berufung, diesem Herrn nachzufolgen, ist immer auch die Berufung zum Dienst in dieser Welt. Die Aufgaben und Dienst-Aufträge können sehr verschieden aussehen, aber immer geht es dabei um den Dienst für den Herrn und an den Menschen. Als Jesus damals sagte: »Ich will euch zu Menschenfischern machen«, lag in seinen Worten die Verheißung: Ich gebe euch, was ihr braucht, um meinen Auftrag auszuführen. Er gibt die notwendige Zu- und Ausrüstung. Im Dienst für den Herrn ist dieser Herr selber immer dabei. Wir sind bei der Frage: Was will Gott von mir? auf das Thema von der Jesus- Nachfolge gestoßen. Es geht dem Herrn um eine Nachfolge, in der er der Herr ist und keine anderen Götter und Autoritäten ihm den ersten Platz streitig machen dürfen. »Kennen wir Jesus?« So betitelte Adolf Schlatter sein letztes Buch. zur gleichen Zeit schrieb er an seinen Sohn: »Es gibt für uns kein anderes Heilmittel als das, dass wir wirklich Jesus kennen.« Ob wir auch den Wunsch und Willen in uns hegen: »Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung erfahren«? (Phil. 3, 10a; lies Kol. 1, 10; Joh. 8, 31. 32). »Wenn es um Jesus geht, kommen wir aus dem Lernen nicht heraus, wir bleiben lebenslang Studierende, ganz gleich, wie viel Examen wir bereits hinter uns haben. Jesus ist unsagbar groß und wunderbar« (C. Morgner). dienen in der Kraft des heiligen geistes aUs dem leBen elisas (teil 1)
Elisas Geschichte, die eine Segensgeschichte ist, beginnt nicht erst mit den Aufzeichnungen unseres heutigen Textabschnittes. Bereits in 1. Könige 19, 19-21 erfahren wir etwas über seine Berufungsgeschichte. Die Bedeutung seines Namens »Gott ist Heil« findet ihre Verwirklichung in Elisas Leben. Das können wir nur verstehen, wenn wir anerkennen, dass seine Berufung zum Propheten direkt von Gott ausging. Sein »Propheten-Vater« Elia war damals in einer sehr niedergedrückten Stimmung da hinein erhält er den göttlichen Befehl, Elisa für den Prophetendienst an seiner Stelle zu salben. Nicht wir wählen Gott, er erwählt uns, damit wir Frucht bringen, und er sorgt auch dafür, dass seine Sache weitergeht. (Vgl. Ps. 65, 5; Joh. 15, 16.) Wir können davon ausgehen, dass zwischen der Salbung Elisas zum Propheten und dem Ereignis unseres Tagesabschnittes mehrere Jahre liegen. Es waren wohl Jahre der Stille, in denen Elisa innere Kraft für seinen zukünftigen Dienst sammelte. Dazu 2. Samuel 22, 33. Bei dem im Bibeltext festgehaltenen letzten gemeinsamen Auftreten der beiden Propheten zeigt sich diese gesammelte Kraft Elisas. Sie zeigt sich in der Standhaftigkeit, mit der er zu seinen Entschlüssen steht (V. 2. 4. 6). Sie zeigt sich im Wissen um Gottes Plan für Elia und ihn. Das Kommende, die Heimholung Elias, macht ihm keine Angst trotz allem Abschiedsschmerz (V. 3. 5). Seine innere Kraft wird besonders deutlich in seiner Bitte an Elia (V. 9-11). Wenn wir diesen Wunsch freigehabt hätten worum hätten wir gebeten? Elisa bat nicht um ein Andenken oder letzte Anweisungen, sondern um das Wichtigste: Er bittet um das, was Gott auch uns schenken will seinen Heiligen Geist. (Vgl. Apg. 1, 6-8; 1. Kor. 2, 12.) Zuletzt zeigt sich Elisas innere Kraft in einem tiefen Vertrauen auf den Gott, der Elia befähigt hatte, Wunder zu tun, und der nun auch ihn dazu gebrauchen wollte (V. 14).
Der Bericht zeigt, dass der Dienst für Gott immer ein Dienst zwischen Anerkennung und Ablehnung ist. Letztendlich aber sehen wir in dieser Geschichte, dass Gott zu seinen Dienern steht; und wer sie achtet oder ver achtet, achtet oder verachtet zugleich den Herrn. (Vgl. Joh. 5, 23.) Zunächst beobachten wir, wie Elisa gleich nach Elias Aufnahme in den Himmel von den Menschen als dessen Nachfolger geschätzt und anerkannt wurde. Sie hatten Vertrauen zu ihm. Eine schlimme Notlage war in Jericho entstanden; die Wasser-Quelle war vergiftet. Elisa kann in der Kraft Gottes helfen. Die Menschen sind glücklich. Tod und Unfruchtbarkeit sind gebannt. Wo Gottes Macht wirken darf, entsteht fruchtbares Leben. Das gilt auch für unser Glaubens-Leben. Wir dürfen darum beten, dass dort, wo seither geistlicher Mangel, Schwäche und Tod regiert haben, Leben und Segen wachsen. (Vgl. Spr. 11, 30; Jer. 17, 7. 8.) Während die Bewohner Jerichos den Segen Gottes reichlich erfahren haben, geraten viele Menschen in Bethel unter das Gericht Gottes. Elisa hat den Ort noch nicht betreten, da stürmt eine Schar »kleiner Jungen« heran, möglicherweise von älteren Bürgern angestiftet. Sie machen sich über den Propheten lustig, beleidigen und verspotten ihn mächtig. Offensichtlich handelte es sich nicht um einen dummen Jungen-Streich, sondern um eine massive Verhöhnung und Entehrung des Boten Gottes. Wenn wir daran denken, dass Propheten gewissermaßen die sichtbaren Vertreter des unsichtbaren Gottes waren, trifft die Verachtung nicht bloß einen Menschen, dem Wertschätzung und Respekt gebührt, sondern Gott. Hier steht die Ehre Gottes auf dem Spiel. »Gott lässt keinen Spott mit sich treiben«, und »für den Spötter stehen Gerichte bereit« (Gal. 6, 7; Spr. 19, 26; vgl. 3. Mose 26, 21). Heute wollen wir uns Psalm 1, 1-6 neu zu Herzen nehmen.
Als das Nordreich (auch Israel genannt) an Macht verlor, wollte Mescha, der König der Moabiter, die Oberherrschaft Israels nicht länger anerkennen und stellte die Tributlieferungen ein. Das verärgerte Joram, den König des Nordreiches, so sehr, dass er gegen die Moabiter aufrüsten ließ. Er gewann für seinen Rache-Feldzug Joschafat, den König des Südreiches, und den König von Edom. Was man aber nicht einkalkuliert hatte, war die Tatsache, dass die Marschroute durch Ödland führte, das nur in der Regenzeit genügend Wasser bot. Truppen und Lasttiere waren dem Verdursten nahe. In dieser Krise besinnen sich die Könige Joram und Joschafat auf Gott! Joram ist der unentschiedene halbherzige Mann (V. 2. 3). Er gibt vor, dass der Herr sie aufgefordert hätte, in den Krieg zu ziehen. Darum schreibt er ihm die Schuld für die Misere zu (V. 10. 13b). Joram war nicht bereit, mit dem Götzendienst wirklich zu brechen, obwohl er wusste, dass die fremden Götter nicht helfen können (V. 1-3. 13b). Joschafat ist der Gott vertrauende Mensch. »Er tat, was recht war in den Augen des Herrn« (1. Kön. 22, 43. 47) und suchte den Rat der Propheten (V. 11; 1. Kön. 22, 5. 7). Und Elisa? Er ist der vom Heiligen Geist inspirierte Mann Gottes, der sich nicht scheut, Joram glasklar mit der Wahrheit Gottes zu konfrontieren (V.13. 14). Der Herr verbündet sich nicht mit solchen, die den Namen Gottes zwar im Munde führen, ihm aber nicht die Ehre geben. Und doch erbarmt sich der Herr über die Notleidenden. Er ist ein Gott, der Wunder tut. Aber er bindet seine Hilfe an den Glauben der Hilfsbedürftigen (V. 16. 17). »Bei dem Herrn ist kein Ding unmöglich.« Wenn unser Glaube klein und schwach ist, dürfen wir sagen: »Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben.«
Wenn uns der gestrige Bibelabschnitt Gottes Barmherzigkeit zeigte, die unzählige Menschen vor dem Verdursten rettete, lesen wir heute von Gottes Barmherzigkeit, die eine kleine Familie vor dem Ruin bewahrte. Der Herr wirkt in der großen Öffentlichkeit wie im kleinen, familiären Rahmen. Und Elisa lässt sich nicht nur von Königen rufen, sondern auch von einer einzelnen Person ohne Rang und Namen. Es ging um eine Witwe und deren zwei Söhne. Der Familienvater war ein Jünger, der zur Prophetengemeinschaft um Elisa gehört hatte. Witwen und Waisen fanden bei Menschen oft kein Recht. Es gab kein soziales Netz, das sie auffing. Aber »der Herr behütet die Fremdlinge, Waisen und Witwen hilft er auf« (Ps. 146, 9). So waren im Gesetz Gottes für sie besondere Vorrechte verankert (5. Mose 14, 29; 24, 17-21). Der Herr wollte sich dieser Frau, die Elisa um Hilfe angefleht hatte, annehmen. Wie das geschah? " Die eigene Armut wird benannt (V. 2). Es ist nicht leicht zuzugeben, dass man fast nichts vorzuweisen hat. Doch die Hilfe beginnt mit der schlichten, nüchternen Wahrheit über den persönlichen Zustand. " Das Wenige ist für Gott nicht zu gering. Es gibt »nur einen Krug Öl« im Haus. Aber wenn der Herr die kleinen Möglichkeiten in seine Hand nimmt, erwächst daraus ein Segen. (Vgl. Mark. 6, 38; 8, 5.) " GlaubensGehorsam ist dem Herrn sehr wichtig (V. 4. 5). Er zeigt, ob wir unser »Nichts« wirklich in seine Hände legen und alles von iHm erwarten (»nicht zu wenige Gefäße«). " Wo Gott wirkt, beginnt im Verborgenen eine Quelle zu fließen (Joh. 4, 14). Wir können ihm gar nicht genug »leere Gefäße« bringen. Er wird nicht müde, sie zu füllen. Der Herr hilft nicht immer durch auffällig »große« Wunder. Aber er hat immer Mittel und Wege, um uns zu helfen.
Wir haben Elisa bis jetzt als eine der großen Gestalten des Volkes Israel erlebt. Aber er ist mehr als das. Er ist ein Mensch, der seinen Glauben auch im bescheidenen Alltag lebte. »Er lebte nicht nur dann mit Gott, wenn er im Rampenlicht der Öffentlichkeit stand, sondern auch, wenn er sich von den Menschen unbeobachtet wusste« (H. Zentgraf). Der Bericht unseres heutigen Bibelabschnittes unterstreicht diesen Gedanken. Wir sehen vor allem vier Aspekte: 1. Wer mit Gott lebt, hinterlässt geistliche Eindrücke. (Vgl. 1. Tim. 4, 12.) Elisa hat die Spur eines geistlichen Lebens hinterlassen, wo immer er auftauchte, so auch in Schunem. Die vornehme Schunemiterin, bei der er immer wieder einkehrte, nennt ihn sogar einen heiligen Mann Gottes. Er war anders, weil er mit Gott lebte. Das blieb seinen Gastgebern nicht verborgen und veranlasste sie, ihm ein Gastzimmer zu bauen. An ihm war etwas von Gott, das im ganz persönlichen Alltag sichtbar wurde. Elisa wusste aber auch, dass er für dieses Ehepaar nicht nur der Gebende war, sondern auch ein durch ihre Gastfreundschaft reich Beschenkter. Dieses unmittelbare, glaubwürdige Leben mit Gott, wie es Elisa praktizierte, steht auch uns offen. So können wir in unserer Zeit und Umgebung geistliche Eindrücke hinterlassen und hineingenommen werden in den Prozess des Schenkens und Nehmens. 2. Wer mit Gott lebt, bringt seinen Mitmenschen Wertschätzung und Anerkennung entgegen (Phil. 2, 3). Elisa anerkennt die Mühe und Gastfreundschaft dieses Ehepaares und will sich erkenntlich zeigen, indem er ihnen einen Wunsch erfüllen möchte. »Die Mühe des anderen dankbar sehen, sie werten, anerkennen und ein Wort darüber verlieren und nicht nur dann Worte finden, wenn etwas schief gegangen ist, das ist die Art, die mit Gott lebt« (H. Zentgraf).
Wer mit Gott lebt, sucht den Rat anderer und nimmt ihn an (Spr.1,5). Obwohl Elisa seiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen wollte, wusste er nicht wie. Das machte ihn ratlos, aber er verbirgt seine Ratlosigkeit nicht, sondern bespricht sich mit Gehasi, seinem Gehilfen. Das ist Größe, wenn ein Höhergestellter einem scheinbar untergeordneten Mitarbeiter etwas zutraut, ihm eingesteht, dass er nicht alles weiß und nicht alles alleine kann. Elisa fühlte sich offensichtlich nicht gekränkt, weil Gehasi die bessere Einsicht hatte. (Vgl. Mark. 10, 43. 44.) »Wir sollten einander etwas zutrauen, aus dem dankbaren Staunen darüber, dass unser Herr uns doch auch etwas zutraut und überlässt, obwohl er nicht immer die besten Erfahrungen mit uns gemacht hat« (H. Zentgraf). 4. Wer mit Gott lebt, weiß, dass dieser Herr Leben wecken kann, wo nichts zu erwarten ist (Klagel. 3, 21-24). Woher wusste Gehasi von der tief sitzenden Not der Schunemiterin? Die göttliche Liebe erfasst die Bedrängnis des anderen. Diese Liebe sieht tiefer und weiter als der äußere Anschein vorgibt. Die Schunemiterin hatte sich wahrscheinlich längst mit ihrer Kinderlosigkeit abgefunden. Für sie gab es in dieser Sache nichts mehr zu hoffen. Und doch hatte sie an der Verheißung Elisas zu lernen, dass ein Wort von Gott wirklicher ist als alle anderen Wirklichkeiten. Wir können nicht beurteilen, ob sie diesem Wort Gottes durch den Propheten viel Vertrauen entgegenbrachte oder nicht. Aber wir sehen, dass Gott selbst da noch handelt, wo man ihm wenig oder gar keinen Glauben schenkt. Er kann auch da Leben schaffen, wo wir ohne Hoffnung sind und resigniert haben. Dieser große Gott, der im Leben dieser Frau gehandelt hat, ihr ein Kind schenkte, ist auch unser Gott. Ihn dürfen wir durch Vertrauen ehren (Joh. 5, 25. 26).
Mit dem Tod ihres Sohnes brach eine Welt für die Schunemiterin zusammen. Sie ist nicht nur von tiefer Trauer erfüllt, sondern auch sehr enttäuscht (V. 28). Es ist gut, dass sie ausspricht, was sie empfindet. Aber sie spricht sich an der richtigen Stelle aus, bei Elisa, dem »heiligen Mann Gottes«. Im Herzen der Mutter lebte dennoch eine stille Hoffnung, dass der Prophet, der ihr den Sohn verheißen hatte, diese schwere Situation zum Guten wenden könnte. Darum vergräbt sie sich nicht in ihrem Schmerz, sondern schreitet zur Tat. Sie trägt den toten Jungen in das Gästezimmer und legt den toten Jungen auf das Bett des Propheten. Dann macht sie sich in großer Eile auf den Weg zum Karmel, wo Elisa sich gerade aufhält. Der Gott, der Elisas Kraftquelle ist, der Gott, der ihr den Sohn geschenkt hatte, wird auch in dieser schrecklichen Situation helfen können. Die Leben erweckende Kraft Gottes trägt aber nicht der Diener Gehasi in sich, auch nicht der Stab des Propheten, das äußere Zeichen der Vollmacht Gottes. Ein Ausleger schreibt dazu: »Nur wo Leben aus Gott ist, kann Leben aus Gott weitergegeben werden. Dazu ist der unmittelbare, lebendige Kontakt durch den Geist nötig (V. 33-35; vgl. 1. Kön. 17, 21; Apg. 9, 40). Heilung äußerer Unfruchtbarkeit ist im Alten Bund ein Zeichen für Gottes Sieg. Totenauferweckung weist hin auf den Neuen Bund durch Jesus Christus.« (Lies Matth. 9, 18ff; Luk. 7, 11-17; Joh. 11, 25. 26; 2. Tim. 1, 10; Hebr. 11, 35a.) Was Elisa und die ihm geschenkte Geistes-Vollmacht betrifft, sollten wir unser Augenmerk noch auf einen kleinen Nebensatz richten: »und er betete zu dem Herrn« (V. 33). Im Gebet dürfen wir alles von Gott erwarten. Auch wenn der Herr anders handelt, als wir es erbitten, sind und bleiben wir in seiner Hand. (Lies Joh. 10, 29.)
»Auf der Suche nach Kräutern verwechselte man offensichtlich die essbaren Malvenfrüchte mit Koloquinten, einer Kürbisart, deren Blätter an Weinlaub erinnern und deren giftige Früchte bitter schmecken und Brechreiz hervorrufen. Als Vorsteher der Prophetengemeinschaft in Gilgal (vgl. Kap. 2, 3) sorgt Elisa zur Zeit der Hungersnot auch für das leibliche Wohl der Prophetenschüler. Elisa verwendet Mehl als Zeichen gottgewirkten Eingreifens, sodass das Unheil abgewendet wird. Erst durch die Zugabe von Mehl wird das Essen genießbar« (Elbf. Studienbibel). Was hier geschieht, deutet über sich hinaus: Womit man sich den Hunger stillt auch seinen Lebenshunger kann giftig sein. Wo auch immer in unserem Leben »der Tod im Topf« ist, dürfen wir beten: »Herr, beseitige die toten Stellen.« Wir dürfen uns von Herzen darüber freuen, dass Jesus das Gift der Sünde auf sich gezogen hat, damit wir ein heiliges Leben führen können. (Vgl. Röm. 8, 1-17.) Elisa machte nicht nur aus Schlechtem Gutes, sondern auch aus wenig viel; die Geschichte ist damit eine Vorausdarstellung der Speisung des Volkes durch Jesus (Matth. 14, 14-21). Wie oft fühlen wir uns hilflos: Es reicht hinten und vorne nicht. Knappheit an Mitteln, Kräften, Gesundheit . . . Jesus aber will alle satt machen mit dem täglichen Brot und dem Brot des Lebens. Unser Beitrag, unser Einsatz und sei er noch so klein, ja winzig, ist wichtig. Stehen wir doch im Dienst unseres allmächtigen und liebenden Herrn. Auf ihn kommt es an. Er brauchte uns nicht, aber er gebraucht uns. »Lass die Wurzel unsers Handelns Liebe sein, senke sie in unser Wesen tief hinein. Herr, lass alles, alles hier auf Erden Liebe, Liebe werden! Lass die Wurzel unsers Handelns Liebe sein, dieser größten Gabe ist kein Dienst zu klein. Herr, lass alles, alles hier auf Erden Liebe, Liebe werden!« (P. Kaestner / D. Trautwein)
Die Zeichen und Wunder, die Elisa tat, wollen uns Einblick in Gottes Heilsabsichten und Friedensgedanken mit seinen Menschen geben (Jer. 29, 11). Und sie wollen uns ermutigen, glaubensvoll zu leben. Wenn wir beim heutigen Bibeltext zunächst vielleicht meinen, das geschehene Heilungs- Wunder wäre das Wichtigste, müssen wir doch bald feststellen, dass das Thema »Dienst« im Mittelpunkt steht. Am meisten fällt das auf an dem israelitischen Mädchen, das gefangen genommen, nach Syrien verschleppt und dort der Frau des obersten Befehlshabers als Dienstmädchen zugeteilt wurde. Ihr Los war bestimmt kein leichtes, und doch hadert sie nicht mit ihrem Schicksal. Das junge Mädchen geht ihrem Tagesgeschäft mit offenen Augen und Ohren nach vermutlich erfuhr sie auch deshalb, wie es um ihren mächtigen Vorgesetzten wirklich stand. Er war krank, todkrank und war vom gesellschaftlichen Leben isoliert. Sie hätte schadenfroh reagieren können. Aber sie handelt verblüffend anders und gibt ihrer Herrin den Tipp, sich an den Propheten in Israel zu wenden, der in Verbindung mit dem einzigen, wahren Gott stehe. (Vgl. Ps. 9, 2. 9; 96, 3; 105, 1.) Ihr Zeugenmut wird der Anfang eines Sieges Gottes. Dieses Mädchen muss eine persönliche Beziehung zu Gott gehabt und vielleicht sogar Elisa gekannt haben. Mit ihrem leisen Hinweis gibt sie zu verstehen, dass der Gott Israels nicht wie die heidnischen Götter ist. Seine Liebe und Zuwendung ist für alle da, die sich glaubensvoll an ihn wenden. Das war in jener Zeit etwas Unvorstellbares, dass der Gott Israels einem Syrer helfen würde, lagen doch Israel und Syrien miteinander in Streit und Krieg. Das Mädchen aber kennt einen Gott, dessen Liebe grenzüberschreitend ist und nicht nach Rang und Ordnung, Reichtum oder Armut, Staatsangehörigkeit oder Lebensleistungen fragt. Sie diente ihrem mächtigen Chef mit dem Besten, was sie hatte ihrem Wissen um den allmächtigen Gott. (Vgl. 2. Chron. 19, 7; Matth. 22, 16; Eph. 6, 9.)
Der aramäische Feldhauptmann macht sich tatsächlich auf den Weg ins feindliche Land Israel. Als mächtiger Mann im Staat hat er die volle Unterstützung seines Königs. Doch dieser richtet sein Begleitschreiben nicht an den Propheten, sondern an den König von Israel als den ihm Gleichgestellten; dadurch bekommt die Angelegenheit einen offiziellen Charakter. Die enormen fürstlichen Geschenke unterstützen die ungewöhnliche, wie einen Befehl vorgebrachte Bitte. »Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz befreist!« Diese Bitte wird als bewusste Provokation aufgefasst, da bei Nichterfüllung militärische Gegenaktionen zu befürchten sind. Darum reißt der König Israels seine Kleider als ein Zeichen des Entsetzens ein. Nachdem Elisa Erkundigungen über das Geschehen am Königspalast eingezogen hatte, suchte der Prophet den Gesprächskontakt mit Naaman. Dennoch vermittelt Elisa die Anweisungen zur Heilung nicht persönlich, sondern durch einen Boten. Wie abweisend und beleidigend für den Staatsmann! Aber seine eigenen Vorstellungen, wie Gott eingreifen und heilen werde, verhindern die Genesung. Gott hilft auf eine Weise, die jeden Hochmut zunichtemacht. (Lies Hiob 22, 29; Jak. 4, 6; 1. Petr. 5, 5b-7.) Die Anweisung »wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und rein werden«, war gebunden an die Bedeutung des Jordanflusses. Er galt in Israel als Zeichen des Sterbens (Untertauchen Vergehen des Alten), durch das man allein zu neuem Leben kommt. Diese Bedeutung kannte Naaman sicher nicht. Was er zu hören bekam, war kinderleicht, aber noch stand ihm sein Stolz im Weg. Erst die respektvoll und freundlich vorgebrachte Sinngebung der Handlung durch seine Diener bewegte Naaman, auf die Anweisung des »Mannes Gottes« zu hören und zu tun, was dieser ihm mitteilen ließ. Zwei Dinge waren hier vor allem wichtig: Der Gehorsam und der Glaube. Das machte Elisa diesem Staatsmann deutlich. Der Prophet zeigte ihm, dass nur diejenigen Gottes Wunder erleben werden, die Ihm in Demut gehorchen, an Ihn glauben und die eigenen Pläne aufgeben. (Vgl. Micha 6, 8.) Naamans Stolz musste zuerst gebrochen werden, bevor Gott an ihm handeln konnte. Erst als der Oberbefehlshaber bereit war, auf Elisas Anweisungen einzugehen, erlebte er das Wunder der Gesundung. (Vgl. Apg. 3, 16; Ps. 30, 1-13.)
Als Naaman aus dem Jordan stieg, war er ein anderer. Nicht nur der Aussatz war »weggewaschen«, auch die fremden Götter haben ihm nichts mehr zu sagen. Es war ein doppeltes Wunder an ihm geschehen. Für Naaman war klar, dass er seinen Entschluss, von nun an den Gott Israels anzubeten, Elisa mitteilen sollte. Naaman war von einer tiefen Dankbarkeit erfüllt. Das will er auch dem Mann Gottes gegenüber zum Ausdruck bringen, indem er ihm seine Geschenke anbietet. Aber der Prophet weist die Geschenke zurück, weiß er doch, dass nicht er, sondern Gott der Wundertäter ist. Außerdem ist Gottes Wunderhandeln nicht bezahlbar, das Heil ist umsonst. (Vgl. 1. Petr. 1, 18. 19; Eph. 2, 8-10.) Naaman versteht, dass er seinen Dank nur durch ein verändertes Leben beweisen kann. Dazu ist er fest entschlossen. (Vgl. Eph. 4, 23; Röm. 12, 2.) Konkret hieß das, nicht mehr die Götter, sondern den wahren Gott anzubeten. Doch wie sollte das geschehen in seinem heidnischen Umfeld, besonders in seiner Funktion als Stütze des Königs, wenn dieser dem Götzen Rimmon huldigte? Ein Ausleger schreibt: »Was antwortet ihm Elisa? Er kann ihn nicht auf einen Weg der Kompromisse leiten, aber er weiß, dass der Gott, der ihn geheilt hat, ihm auch einen Weg bahnen wird. Elisa entließ Naaman mit einem Wort, das ihn in Geborgenheit und zugleich ins Wagnis hineinführte: :Ziehe hin mit Frieden!9 Dieser Friede Gottes übersteigt unsere Vernunft. Er ist die Zusage von Gottes leitender und schützender Nähe. Er verheißt kein problemloses Leben und keine kampflose Nachfolge. Er sagt auch nicht aus, dass wir nun nicht mehr versagen könnten. Aber er bietet uns immer wieder die Hand der göttlichen Vergebung« (K.-H. Bormuth). (Vgl. Phil. 4, 7; Kol. 3, 15; Jud. 2.)
Die Heilung des syrischen Heerführers hatte ein trauriges Nachspiel. Gehasi, der Diener des Propheten, hatte offenbar ein völlig anderes Dienstverständnis als sein Herr. Hatte er vielleicht mit besonderen Schwachstellen seiner Persönlichkeit zu kämpfen zum Beispiel: gebraucht zu sein und ohne Anerkennung auskommen zu müssen? »Elisa erhielt die Ehre. Fühlte sich Gehasi im Hintergrund übersehen, wo er doch alles tat, was ihm aufgetragen wurde« (C. Swindoll)? Das kann schnell passieren, dass man sich benachteiligt fühlt, von anderen benützt. Aber wer verstanden hat, was Hingabe ist, weiß auch, dass Gott sie im Verborgenen sieht und niemals übersieht. (Vgl. Ps. 38, 9. 10.) Es kann nur der Stolz sein, der einem Diener Gottes einredet, dass er ein unbedingtes Recht auf eine angemessene Belohnung seiner Arbeit hat. (Dazu Ps. 101, 4. 5; Spr. 16, 5; Dan. 4, 34.) »Stolz ist eine Gefahr und eine Sünde, deren sich der Betroffene meist gar nicht bewusst ist. Gemein sind die Gedanken des stolzen Herzens, zum Schämen. Liebe führt nicht Buch darüber, wer was tut« (C. Swindoll). Bei Gehasi war es dem Feind gelungen, sein Herz mit Gewinnsucht zu füllen. Deshalb suchte er nach Anerkennung, nach Besitz, nach Reichtum. Er wird zum Lügner, zum frommen Heuchler. Er nahm sich wichtig und vergaß dabei, wie wichtig er Gott war. Dabei gilt es zu beachten, dass ihn niemand zu diesem Schritt aktiviert hat. Er wählte diesen Weg, der ihn schließlich ins Abseits stellte und seinem Dienst ein jähes Ende setzte. Obwohl der Prophet es ihm leicht gemacht hatte, seinen Fehltritt zu bekennen, tat er keine Buße. Das schreckliche Ende Gehasis drängt uns, mit den Worten des Psalmisten zu beten: »Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege« (Ps. 139, 23. 24).
Elisa sah es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die junge Generation für den Dienst des Herrn zu fördern und auszubilden. Hier finden wir ihn in einer Prophetenschule des Landes, die ein erfreuliches Problem hatte. Sie hatten so viele Schüler, dass der Raum zu eng wurde. Sie mussten anbauen. Die Vorbereitung, die die jungen Männer dort erhielten, war eine ganzheitliche. Sie sollten nicht nur eine solide Bibelkenntnis erwerben, sondern im gemeinsamen Leben auch praktisch zupacken lernen. So war es nur folgerichtig, dass sie den Anbau selber tätigen mussten. Da es zu jener Zeit noch keine gut sortierten Baumärkte gab, musste das Baumaterial selber besorgt werden. Sie baten Elisa, mit ihnen zu gehen; denn sie wollten ihn bei ihrem Alltagsgeschäft dabei haben. Er zögerte nicht, wusste er doch, dass dieses Unternehmen nicht nur ein materielles, sondern zuerst ein geistliches war. (Vgl. Eph. 2, 19. 20; 1. Petr. 2, 4. 5.) So wie die Prophetenschüler Elisa mitnahmen, dürfen wir den Herrn in unseren Alltag hinein mitnehmen. Er will gerne dabei sein und uns alle nötige Unterstützung geben. Schon bald sehen wir, wie nötig die Anwesenheit des Propheten war. Einem jungen Mann war bei der Arbeit eine geliehene Axt ins Wasser gefallen. Das war eine wirkliche Not, denn erstens gehörte die Axt nicht ihm und zweitens waren die Prophetenschüler so arm, dass sie nicht ohne Weiteres diesen Verlust hätten ersetzen können. Der Aufschrei des Schülers macht uns Mut, auch unsere Verluste dem Herrn zu bringen. »Ach, mein Herr, ich habe meine Geduld verloren, meine Liebe zu dir, den Glauben, mein Vertrauen . . . « So wie Elisa dem jungen Mann half, wird uns der Herr helfen, nicht nur die verlorenen Werkzeuge zum Bau seines Reiches wiederzufinden, sondern vor allem ihn selber. (Dazu Jer. 29, 13. 14.)
Der junge Mann bekam das Axtblatt neu geschenkt, und die Arbeit konnte weitergehen. Er und die anderen Anwesenden hatten wichtige Lektionen gelernt. " Das Axtblatt gehörte dem jungen Mann nicht selber. So gehört auch unser Leben nicht uns selbst. Es soll ein Werkzeug sein, mit dem wir Gott dienen. Wenn wir etwas verloren haben, vielleicht sogar bei fleißigem Einsatz für ihn, etwas, das wir brauchen zum Bau am Reich Gottes, kann der Herr es uns wiedergeben, kann es heute auftauchen lassen vor unserem inneren Auge wir brauchen es nur aufzunehmen. (Vgl. Hos. 6, 1-3; Jer. 33, 3. 6-8.) »Nichts ist so tief gesunken, dass Gott es nicht wieder emporheben könnte« (E. Modersohn). " Es geht nichts ohne den Herrn. Elisa ist ein alttestamentliches Vorbild auf den Herrn Jesus Christus, und so gewinnt dieses Ereignis eine tiefe Bedeutung für uns. »Nichts ohne Jesus!«, das sollte unsere Einstellung im Alltag sein (Joh. 15, 5). Alles wird anders, wenn er dabei ist. Ein Ausleger schreibt: »Wir haben nicht zu erwarten auch wenn der Herr mit uns ist , dass unser Weg und unser Bauen ohne Hindernisse, ohne Kampf und Not vorwärtsgehen wird. Die Männer und Frauen der Bibel waren oft beschwert und der Mut wollte sie verlassen, aber sooft sie den Herrn anriefen, wurde ihnen wieder geholfen. Wir haben einen Gott, der Wunder tut, der Eisen schwimmend macht! Nichts ist ihm zu schwer, nichts ist ihm unmöglich! (Vgl. Ps. 40, 6; 77, 12-15a; Hiob 5, 8. 9.) " Wer am Reich Gottes baut, baut mit geliehener Kraft. Diese Kraft ist wert voll und wirkungsvoll. Sie kommt von Jesus selber. Darum wollen wir bitten, dass unser Herr uns anzieht mit Kraft aus der Höhe, damit wir in seinem Segen wirken können. (Vgl. 2. Sam. 22, 33; Ps. 29, 11; 71, 16; Luk. 24, 49.) danKen, loBen, anBeten ein praKtischer leitfaden »Nun jauchzt dem Herren, alle Welt! Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt, kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht ... Lobsingt und danket allesamt! Gott loben, das ist unser Amt.« So schrieb es im Jahr 1646 der Jurist und Liederdichter David Denicke. Wenn dieses »Jauchzen, Lobsingen, Loben, Frohlocken« einen Gottes-Dienst darstellt, wie sieht das in unserem Leben praktisch aus? Sind wir nicht sehr schnell wieder bei Bitte und Fürbitte, die gewiss notwendig sind. Und doch fällt uns in der Regel das Danken, Loben, Anbeten schwerer. Darum wollen wir uns in den nächsten Tagen mit dieser Gebetsform befassen, und zwar nicht als Bibelarbeit, sondern mit Gebeten, deren Gedanken aus dem Wort Gottes geschöpft sind. Der Sprachstil ist als Anrede an Gott gehalten, sodass die Gebete uns als Leitfaden dienen können. Die Bibelstellen kommen immer nach dem jeweiligen Gebet zu stehen, damit die Anrede an Gott nicht unterbrochen wird. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er alle oder nur einzelne Bibelstellen nachschlägt. Diese sind um der leichteren Zuordnung willen in der Reihenfolge der Gebets-Gedanken angeordnet.
Mein Herz freut sich in dir, Herr, denn du bist mein Schutz in schwierigen Zeiten, in Gefahr und Stress. Bei dir bin ich geborgen. Ich darf immer zu dir kommen ausruhen bei dir. Mein Vater, du sorgst für mich mit so viel Liebe. Mein Hirte, du führst und beschützt mich. Mein Retter, du hältst mich als dein Kind in den Armen und trittst für mich ein. Mein Bräutigam, du freust dich an mir. Mein Gott, du hast die Macht zu retten, du freust dich an der Liebe zwischen uns. Du freust dich an mir, du singst und jubelst! Du bist mein Erbteil, mein Leben. Du füllst die Sehnsucht meiner Seele und sättigst meine hungrige Seele mit Gutem. Ich preise dich für deine Liebe und deine Weisheit. Du bist zu weise, um einen Fehler zu machen, zu liebend, um je unfreundlich zu sein. Du handelst für mich, du führst zu Ende, was mir Sorge bereitet, und wenn ich dich anrufe, dann vollendest du alles nach deinem Plan. Danke, dass deine Liebe zu mir tief und sanft ist, du bist voll Erbarmen und Gnade, voll Herzlichkeit, bereit zu vergeben. Geduldig nimmst du alles wahr und bist unvorstellbar großzügig. Du sehnst dich nach meiner Liebe und tust mir so gerne wohl. Du möchtest mir das geben, wonach sich mein Herz sehnt, sodass ich mich in dir freue. Wie wunderbar ist deine Liebe zu mir, o Gott. Ich singe voll Freude, weil ich im Schatten deiner Flügel Zuflucht finde. Psalm 27, 5; 71, 3; Matthäus 6, 25. 26; Psalm 23, 1-3; Jesaja 62, 5; Zefanja 3, 17. 18; Psalm 16, 5. 6; 107, 9; 57, 3; 138, 8; 86, 5; 103, 8; Jeremia 32, 41; Psalm 37, 5; 36, 8; 63, 7
Vater, ich danke dir, dass du die Welt so liebst, dass du deinen einzigen Sohn gabst unseren Herrn Jesus Christus, der, als die Zeit erfüllt war, sich in menschliche Gestalt kleidete und als hilfloses Kind in eine arme Familie hineingeboren wurde. Danke, dass er hier auf unserer Erde lebte, im strahlenden Glanz deiner Herrlichkeit, und uns ganz ungetrübt dein Wesen vor Augen stellte. Und so sahen Menschen dich, wie du bist, wie du handelst, wie du dich auf uns einlässt, um uns alles zu sein. Danke, dass der Herr Jesus deine Macht ins Leben von ganz gewöhnlichen Menschen brachte, Menschen, die Nöte wie wir haben. Danke, dass er das Evangelium den Armen predigte. Danke, dass er denen, die in Sünde gefangen waren, die Freiheit zusprach. Er befreite die, die Opfer Satans und der Sünde geworden waren, die Beladenen, die Verlorenen, die Verletzten, die Zerbrochenen. Danke für die Art, wie er die Stolzen zurechtwies, wie barmherzig er die Hilflosen ansah und die Tür des Himmelreiches weit öffnete für die »hoffnungslosen Fälle«, für die geistlich Armen. Ich freue mich an deiner herzlichen Barmherzigkeit, durch die uns der Aufgang aus der Höhe besucht hat. Danke, dass ich im Evangelium diesen meinen geliebten Herrn sehen kann, wie er unter Menschen lebte. Ich kann die tröstenden Worte hören, ich kann sein Mitgefühl und seine Milde gegenüber den Menschen in Not sehen, seine Strenge gegenüber der Heuchelei, seine Treue, seine hingebungsvolle Liebe zu seinen Nachfolgern. Herr Jesus Christus, du bist die Sehnsucht meines Herzens. Du bist mein Glück die Herrlichkeit, Freude und Krone meiner Seele. Was immer ein bevorzugtes Leben anbieten kann, ist wertlos gegenüber dem überfließenden Reichtum der Verbundenheit mit dir. Du bist würdig, Herr, würdig zu empfangen Dank, Ehre, Preis und Anbetung. Galater 4, 4; Hebräer 1, 3; Lukas 4, 18. 19; Matthäus 5, 3; Lukas 1, 78; 4, 22; Matthäus 9, 36; 15, 32; 23, 37. 13-33; Johannes 13, 1; Psalm 45, 2-4; Philipper 3, 8
Ich danke dir, mein Vater, dass dein Sohn sein Leben sündlos lebte, in völligem Einklang mit deinem Willen, ohne Falschheit, ohne Selbstbetrug, ohne Zweideutigkeiten, ohne dunkle Geheimnisse. Nichts, was er tat, hatte er zu bedauern oder sich zu schämen. Er verkündigte die Wahrheit, die unverrückbar feste Grundlage für unser Denken und Handeln. Danke, dass er deinen Willen so gerne tat, dass er sich zurückzog, um mit dir allein Zeit zu verbringen. Danke, dass er so auf deine Stimme ausgerichtet war, so sensibel für dein Wirken. Danke, dass er von dir so abhängig war, dass du durch ihn Worte der Barmherzigkeit und des Lebens sprechen und vollmächtige Taten vollbringen konntest. Danke, dass er mir vorlebte, wie ich leben und dienen soll: ganz abhängig von ihm, dem Herrn, der in mir wohnt. Ich will leben und dienen, ausgerichtet auf den Herrn Jesus Christus, auf sein Wirken und Verhalten im Alltag, damit ich seine Herrlichkeit festhalte »die Herrlichkeit des Unvergleichbaren «, der von dir ausging, voller Gnade und Wahrheit. Wie wunderbar zu wissen, dass du mich in sein Wesen umformst, indem ich durch deinen Heiligen Geist auf Jesus blicke. Du, Herr, bewirkst in mir, was in deinen Augen recht ist. Du machst mein Herz fest für deine guten Worte und Werke, so dass ich durch mein Leben dich immer mehr verherrliche. Hebräer 4, 12; Matthäus 7, 24-28; Psalm 40, 8. 9; Markus 1, 35; Lukas 5, 16; Jesaja 50, 4; Johannes 5, 19; 6, 57; 14, 10; 15, 5; 1, 14; Hebräer 13, 21; 2. Thessalonicher 2, 17; Philipper 1, 20
Ich liebe dich, Vater, weil du mich zuerst geliebt und deinen Sohn zum Lösegeld für mich gesandt hast. Und ich staune, dass Jesus, der immer schon Gott war, nicht seine Rechte, dir gleich zu sein, festhielt, sondern dass er alle Privilegien losließ, um als Mensch in diese Welt zu kommen, . . . dass er sich demütigte, gehorsam bis zum Tod, zum Tod eines Verbrechers, . . . dass er unsagbare Demütigungen und Schmerzen erlitt, . . . dass du am Kreuz die ganze Schuld, die ganze Last meiner Sünde, meiner Leiden und Schmerzen auf ihn gelegt hast. Er wurde für mich zur Sünde gemacht, er starb den Tod, den ich verdient habe. Und ich lobe dich, dass es dem Tod unmöglich war, ihn in seiner Macht zu behalten, dass du ihn vom Tod erweckt hast, um mein Heiland zu sein, um mich in deinen Augen gerecht zu machen. Ich preise dich, Vater, dass du deinen Sohn erhöht hast und hast ihn hoch über alle Mächte, Autoritäten und Gewalten, über alles, was Rang und Namen hat, gesetzt. Danke, dass er der große Hohepriester ist, dass er mich ganz retten kann, weil er ewig ist und immer für mich betend eintritt, und für alle, die durch ihn zu dir gekommen sind. Ich bete dich an, Vater, mit einem dankbaren und frohen Herzen. Herr Jesus, ich beuge mich vor dir, der du tot warst und nun für immer lebst. Ich bete dich an, gebe mich dir hin, denn du bist würdig, dass ich dir alles bringe. »Würdig bist du, das Lamm, das geschlachtet ist, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Lob und Preis.« 1.Johannes4,10;Philipper 2,6-9; Jesaja53,3-12;2.Korinther 5,21;Römer 4, 25; Epheser 1, 20-22; Hebräer 8, 1; 7, 25; Offenbarung 1, 17b. 18; 5, 12
Ich preise dich, Herr, und erhebe deinen Namen, denn du bist groß und dich will ich anbeten. Ich ehre dich in deiner Majestät und lobe die Größe deiner Werke, die mich mit Staunen erfüllen. Deine Macht ist unbegrenzt und unbeschreiblich groß. Du vermagst unendlich viel mehr, als wir es uns je vorstellen oder erträumen können. Nichts ist zu schwierig für dich. Wer ist wie du? Wer ist dir gleich, der du so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig bist? Herr aller Herren, du regierst über Himmel und Erde, denn du hast alles durch deine große Macht erschaffen, und du erhältst alles durch dein machtvolles Wort. Du bist hoch erhaben über alle Sterne und Galaxien im ganzen Kosmos. Und gleichzeitig bist du der Gott der Menschen, groß, und doch uns spürbar nahe, ganz persönlich an uns interessiert als der Gott, der liebt, rettet und für alle sorgt, die dir vertrauen. Deine gnädige Macht lässt du in allen Nationen aufleuchten. Niemand ist wie du, der wahre und lebendige Gott, der ewige König. Ich preise deine Allmacht in den entscheidenden Ereignissen meines Lebens und in den Alltäglichkeiten. Bei dir geschieht nichts zufällig, nichts ohne Absicht, und keine Erfahrung ist bedeutungslos. Mein Leben liegt in deiner starken Hand. Und jede Schwierigkeit, die du in meinem Leben zulässt, ist wie eine Bühne, auf der du dich selbst, deine Liebe und Macht zeigst, so dass ich und andere es sehen können. Danke, dass ich im Blick auf die Zukunft frei vorangehen kann, ich strecke meine Hände aus nach dem, was vor mir liegt, denn in deinen Händen liegt die Zukunft, und du wirst immer bei mir sein, auch im Alter . . . und dann in alle Ewigkeit. Psalm 145, 3. 5. 6; Epheser 3, 20; Jeremia 32, 17; 2. Mose 15, 11; Hebräer 1, 3; Jeremia 32, 27; Daniel 5, 23; Jesaja 46, 4; Hebräer 13, 5
Ich preise dich, mein Vater im Himmel, denn du bist heilig und gerecht, du bist der Richter, vor dem alle Menschen erscheinen müssen. Ich lobe dich, weil deine Wahrhaftigkeit in dein Wirken hineingewoben ist. Und wenn deine Zeit kommt, dann wirst du aller Ungerechtigkeit und aller Sünde ein Ende machen allem Betrug, aller Unmoral, allen Streitigkeiten und Kriegen. Jeden Liebesdienst aber und alles Leiden um deines Namens willen wirst du belohnen. Danke, dass dann dein Sohn mit Siegesjubel vom Himmel kommen wird, dass die Toten zum ewigen Leben auferweckt, und in einem einzigen Augenblick die Deinen alle verwandelt werden. Wir werden ihn von Angesicht zu Angesicht sehen und die glorreiche Majestät seiner Macht. Das wird ein atemberaubendes Wunder und unvorstellbare Herrlichkeit für alle Gläubigen sein. Danke, dass alles, was wir jetzt hier erdulden, nichts ist, verglichen mit dieser herrlichen Zukunft, die du für uns bereithältst. Was für eine Freude zu wissen, dass die Herrschaft auf der Schulter deines geliebten Sohnes liegt, dass weder seine Herrschaft noch der Friede in seinem Königreich ein Ende hat. Danke, dass dein Reich in Gerechtigkeit und Treue errichtet wird, von nun an bis in Ewigkeit. Dein Reich ist ein ewiges Reich, ein unerschütterliches Reich. Niemand wird dich abwählen, kein Staatsstreich dich fällen. In alle Ewigkeit bist du der König aller Könige und Herr aller Herren. Dir sei Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen. Psalm 99, 3. 9; Daniel 4, 31. 32; Römer 14, 12; 5. Mose 32, 4; Jesaja 2, 10-12; Römer 12, 19; Hebräer 6, 10; 1. Thessalonicher 4, 16; 1. Korinther 15, 51. 52; 2. Thessalonicher 1, 6-10; Römer 8, 18; Jesaja 9, 5. 6; Hebräer 12, 28; 1. Timotheus 6, 15
Herr, mein Gott, ich preise dich für die Bibel, diese wunderbar geschriebene Offenbarung von dir und deinem Plan. Wie Schnee und Regen vom Himmel fallen, um unsere irdischen Bedürfnisse zu erfüllen, so hast du deine Gedanken, die unendlich höher sind als alle menschlichen Gedanken, in deinem guten Wort zusammengefasst. Ich bin so dankbar, dass es dir ein Anliegen ist, mit uns Verbindung zu haben durch dein klares, unveränderliches, uns immer zugängliches Wort. So können wir deine Gedanken erfahren Gedanken, die mich erfrischen, ernähren und lehren. Danke, dass du der Gott bist, der sich nicht von mir abwendet, sondern sich redend zu mir neigt. Morgen für Morgen weckst du mir das Ohr, dass ich höre, wie ein Jünger hört. Du sprichst zu mir, wenn ich dein Wort lese und mit einem horchenden Herzen darüber nachdenke. Welch ein Vorrecht, dein Wort in meinem Herzen bewahren zu können, sodass du es jederzeit benutzen kannst, um mich zu segnen und zu leiten, mich vor Sünde zu bewahren. So habe ich in mir eine Vorratskammer, gefüllt mit deinem inspirierten Wort, das der Heilige Geist in mein Bewusstsein bringt. Danke, dass ich in deinem Wort dich sehen und dich hören kann. Ich darf deinen Willen erforschen, um ihm entsprechend leben und dir dienen zu können. Mein Glaube und mein Vertrauen können sich entwickeln. Danke, dass der Heilige Geist dein Wort gebraucht, um mir Einsicht zu geben und mich zu leiten und immer mehr in dein Bild umzugestalten, von einer Herrlichkeit zur anderen. Danke, dass du mich durch dein Wort so prägst und veränderst, dass ich auch für meine Mitmenschen ein Segen sein kann. Jesaja 55, 8-11; 50, 4; Psalm 119, 11; 2. Petrus 1, 20. 21
Ich bringe dir meinen Dank, lieber Herr, und staunend stehe ich vor dir; denn du hast mich wundervoll gemacht, wunderbar sind deine Werke. Danke, dass du mich einzigartig geplant und geschaffen hast, mit derselben Sorgfalt und Genauigkeit, die du bei der Erschaffung des Universums angewandt hast. Du hast mich voll Liebe genau nach deinem Vorhaben geformt, du hast mich mit großer Weisheit in den Mutterleib hineingebettet. Ich danke dir, dass mein Aussehen, meine Fähigkeiten, meine Persönlichkeit wie ein Bilderrahmen sind, in den du nun deine Gnade und Schönheit, deine Liebe, deine Treue, deine Stärke zum Lobpreis deiner Herrlichkeit hineingestalten kannst. Ich danke dir und freue mich, dass du mich für deinen Plan begabt hast. Ich lobe dich, dass du in deiner liebenden Weisheit Lebens-Führungen eingebaut hast, die mich beeinflusst haben, Ereignisse, die mich darauf vorbereitet haben, dir zu antworten und zu deiner Ehre zu leben. Wäre alles anders gelaufen, hätte ich mich vielleicht nie dir zugewandt! Es ist wunderbar zu wissen, dass du nicht unzufrieden bist mit meinen angeborenen Fähigkeiten, meiner Intelligenz, meiner Begabung, meinem Aussehen und meiner Persönlichkeit, denn deine Hände haben mich gemacht und gestaltet. Ich bin eins deiner Meisterwerke! Ich bete dich an und beuge mich vor dir, meinem Schöpfer. Epheser 1, 6. 12; Römer 12, 3-6; Psalm 119, 67. 71. 73; 95, 6
Ich bete dich an, lieber Herr, als den allwissenden Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat und alles, was darinnen ist und du hast es gesehen und gesagt: Es ist alles sehr gut. Ich preise dich für die Würde, nach deinem Bild erschaffen zu sein, von dir selbst gemacht, zu deiner Ehre und auch geistig begabt, genau so, wie es dir gefällt. Danke für alle Stärken, Fähigkeiten und Wesenszüge, die du mir gegeben hast. Wirklich, du bist so gut zu mir, mein Herr. Danke, dass ich meine Fähigkeiten und Begabungen genießen kann, ohne Stolz oder falsche Bescheidenheit, denn ich weiß, dass all das von dir kommt. Darum preise ich dich und lobe nicht mich selbst. Was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? Alles, was ich bin und was ich habe, kommt von dir; und du erhältst es. Und ich möchte dich damit verherrlichen. Nicht mir, Herr, sondern deinem Namen gebührt alle Ehre. Ich danke dir besonders für: " ______________________________________________________________________________________________________________________ " ______________________________________________________________________________________________________________________ " ______________________________________________________________________________________________________________________
1. Mose 1, 31; Jesaja 43, 7; Johannes 3, 27; 1. Korinther 4, 7; Römer 12, 3-6; 1. Petrus 4, 10; Römer 11, 36; Psalm 115, 1
Herr Jesus Christus, ich entscheide mich dafür, dir für meine Schwächen zu danken, für meine Unzulänglichkeiten und Mängel die körperlichen, geistigen, emotionalen und zwischenmenschlichen. Du weißt ja, dass ich Erwartungen oft nicht gerecht werden kann und mich hilflos und minderwertig fühle. Und ich danke dir auch für meinen Schmerz und Stress. Wie tröstet es mich, zu wissen, dass du alles verstehst und dass du, in deiner unergründlichen Weisheit, diese Dinge in meinem Leben zulässt, denn du gebrauchst das alles für deine hohen Ziele. Ich will dir auch danken für Menschen, die mich verletzt haben, die mich missverstehen und mir das Leben schwer machen. Dir befehle ich an: " ______________________________________________________________________________________________________________________ " ______________________________________________________________________________________________________________________ " ______________________________________________________________________________________________________________________
Danke, dass meine Schwächen so oft meinen Stolz durchkreuzen und mir helfen, demütig mit dir zu leben. Dann gibst du mir mehr Gnade. Du hilfst mir, du stärkst mich, du segnest mich, wie du es versprochen hast. Danke für alle Arten meiner Unzulänglichkeit, denn sie haben mich oft dazu gebracht, dir zu vertrauen und nicht mir selbst. Ich danke dir, dass alles, was mir gelingt, von dir kommt, dem Gott, der allen Mangel ausfüllt und das genügt mir. Danke, dass ich darauf vertrauen kann, dass du meine Schwächen, Behinderungen und Nöte wegnehmen oder ändern kannst, wenn es deiner Ehre und mir zum Besten dient oder wenn sie für andere Menschen nicht mehr nötig sind und dass bis dahin deine Gnade genügt; denn deine Kraft ist in meiner Schwachheit mächtig. Hebräer 4,15; Römer 8,28.29; Jakobus 4,6; Psalm 40,17; 2.Korinther 3,5
Wie tröstet es mich, zu wissen, dass du in all meinem Leid mitgelitten hast. Und ich bin dir, Herr Jesus, so dankbar, dass du am Kreuz meine Schmerzen und meine Krankheit getragen hast, wie auch meine Sünden, . . . dass ich unter dem Kreuz knien und dich anbeten kann als den, der meinen Schmerz auf sich nahm und ihn in aller Schwere erlebte. Wie tröstlich zu wissen, dass du auch heute, Tag für Tag, meinen Schmerz empfindest, meine Verwirrung, meine inneren Gebundenheiten, meine Kämpfe, um mich von der Vergangenheit zu lösen. Danke, dass die scheinbaren Nachteile den Hintergrund bilden, auf dem du deinen Plan entfaltest, den du für mich hast, . . . und dass gerade dann, wenn meine Vergangenheit mich immer noch bindet, du nicht aufhörst mich zu lieben und an mir zu arbeiten. Ich danke dir, dass meine zurückliegenden Erfahrungen und Lebenslagen von dir erlaubt waren, um mich erkennen zu lassen, wie sehr ich dich brauche, und um mein Herz für dein Wort vorzubereiten, . . . um mich zu dir zu ziehen und um deinen guten Plan für mein Leben durchzuführen. Ich freue mich, dass du der allmächtige Herr über alle Dinge bist so war es gestern, so ist es heute, und so wird es bis in Ewigkeit bleiben. In meinem Leben sind die Spuren deiner Liebe und Weisheit, ob ich es nun schon ganz erkennen kann oder noch nicht. Herr Jesus Christus, ich entscheide mich dafür, dass ich hinter die vergangenen und gegenwärtigen Schwierigkeiten sehe in diesem zeitlichen Leben, dass ich mein Augenmerk auf die unsichtbaren Dinge richte, auf die Dinge, die ewig sind. Ich lobe dich für die ewige Herrlichkeit, die aus allem erwächst, worin ich dir vertraue. Jesaja 46, 3. 9. 10; 63, 9; 1. Korinther 10, 13; 1. Petrus 5, 9; 5. Mose 8, 3; Psalm 66, 6-12; 1. Timotheus 6, 15; 2. Korinther 4, 17. 18
Lieber Vater, ich freue mich, weil ich in Jesus Christus gerecht gemacht bin so, als hätte ich niemals gesündigt. Ich bin ganz richtig vor dir! Danke, dass Jesus am Kreuz alle meine Sünden trug die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen. Wie dankbar bin ich für das, was Jesus tat: Er hob die ganze Schuld, die gegen mich stand, auf, strich sie durch in seinem Buch. Du hast dieses Schuldbuch ans Kreuz genagelt und die Abrechnung abgeschlossen. Vater, nun beuge ich mich vor dir, dem Richter, du bist die letzte Instanz, gegenüber der ich verantwortlich bin, du bist der oberste Richter über die ganze Erde. Und ich preise dich, dass du gesagt hast: »So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Jesus Christus sind.« Du selber hast mich von aller Schuld freigesprochen. Wie freue ich mich, dass ich durch und in Christus recht bin, jetzt und dann auch in der Zukunft: Völlig rein, alle Macken sind weggenommen. Alles ist vergeben, wie schwer auch das Versagen war, wann und wie oft es geschah. Welch eine Gnade! Welch unverdientes Angenommen-Sein, welche Freude! Wie wunderbar, dass du nichts von mir forderst, um diese Vergebung zu erlangen, ich muss mich nicht mühen, gerecht zu werden, muss nicht in Scham versinken oder etwas abstreiten, muss nicht Ausflüchte oder Entschuldigungen suchen. Ich bin so dankbar, dass du nicht eine Waage aufstellst, auf der ich gute Werke anhäufen muss, um meine Sünden, aufzuwiegen, sondern dass ich dein Heil im Glauben durch deine Gnade bekomme. Welch ein Ansporn, so zu leben, wie es dir gefällt! Ich freue mich in dir, Herr, meine Seele ist fröhlich in dir, denn du hast mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie ein Bräutigam sich für die Hochzeit kleidet, wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. 1. Korinther 1, 30; Römer 5, 1; Jesaja 53, 6; Kolosser 2, 14; Römer 14, 12; Psalm 50, 6; 96, 13; Römer 8, 1. 33; Hebräer 10, 14; Titus 3, 4. 5; Johannes 13, 10; Römer 7, 18-20. 25; Psalm 103, 1-4; Epheser 2, 8. 9; Psalm 103, 10-14; Römer 4, 7. 8; 6, 1. 2; Epheser 2, 10; Jesaja 61, 10
Ich lobe dich voller Dankbarkeit, mein Vater, weil ich für Zeit und Ewigkeit zu dir gehöre. Du hast mich in Christus vor der Erschaffung der Welt erwählt. Du hast mich zu dir gezogen. In deinem geliebten Sohn Jesus hast du mich angenommen, mich willkommen geheißen mit derselben ewigen Liebe, die du für deinen Sohn hast. Und nun, da ich dein Kind bin, hältst du mich in deinen Armen und sagst mir, dass du mich lieb hast. Ich bin ganz nah bei dir. Näher könnte ich nicht sein, denn in Christus bin ich dir so nahe, wie er es ist. Ich bin von dir geliebt. Geliebter könnte ich nicht sein. Denn die Liebe, mit der du deinen Sohn liebst, ist auch die Liebe für mich. Danke, dass ich in dir wohnen darf und für immer zu deinem Königreich gehöre. Danke, dass mich nichts von deiner grenzenlosen und tiefen Liebe zu mir trennen kann diese Liebe, die nicht im Geringsten an meinen Verdienst gebunden ist, und die niemals endet oder versagt. Danke, dass du nie von mir enttäuscht sein wirst, weil du alles über mich weißt, die Vergangenheit, die Gegenwart, und das, was kommen wird. Wie groß ist deine Liebe zu mir, Vater, dass ich dein Kind genannt bin und es auch bin. Wie wunderbar, dass ich in deinen Augen wertvoll bin und dass du mich liebst! Epheser 1, 4. 5; Johannes 6, 44; Epheser 1, 6; Johannes 17, 23; Hosea 11, 3; Kolosser 1, 12; Jeremia 31, 3; Römer 8, 38. 39
Vater, ich bin so froh, dass der Heilige Geist in mir ist, um mich mit deiner Kraft zu stärken, . . . um mich echt zu machen und um mein Herz mit seiner unbegrenzten Liebe zu erfüllen, . . . um mich zu befähigen, die Dinge, die du mir in Jesus anvertraut hast, im Leben zu erkennen: die Neuschöpfung in Christus, die unglaublichen, geistlichen Segnungen. Ich lobe dich darüber, dass ich mit Jesus gekreuzigt bin und dass ich nun mit ihm lebe, . . . dass ich durch die Wiedergeburt dem alten Leben abgestorben bin und dass du mich zu einer lebendigen Beziehung mit dir auferweckt hast. Und so bin ich tot für die Sünde. Danke, dass diese Tatsachen wahr sind, ob sie logisch scheinen oder nicht, ob ich sie fühle oder nicht. Und während ich dich darüber lobe, befähigt mich dein Geist, immer mehr in diesem neuen Leben, das ich in dir habe, zu leben. Danke, dass er dein Wort benutzt, um mich von den Ansichten und Maßstäben dieser Welt und des eigenen fleischlichen Ichs frei zu machen. Danke, dass dein Geist mich erneuert, sodass ich die Dinge aus deinem Blickwinkel sehen kann und ich in einem neuen Leben wandle. Danke Vater, dass Jesus, dein geliebter Sohn, nicht eine schwache Person irgendwo ist, sondern überwältigend mächtig in mir, dass ich durch ihn im Leben klarkomme, deinen Willen tun kann, mit deiner Liebe lieben kann und in allem weit überwinde durch ihn. Wie froh bin ich, dass ich wachsen darf, dass ich meine Gaben entwickeln kann, dass du meine Fähigkeiten vergrößerst, . . . dass ich nicht für immer an meine Vergangenheit gefesselt bin, sondern dass ich vertrauensvoll und fröhlich darauf zugehen darf, damit ich die Person werde, die du dir gedacht hast. Römer 8, 9. 10; Epheser 3, 16-19; Galater 2, 20; Römer 6, 1-11; 2. Korinther 13, 3; Philipper 4, 13; Römer 8, 37 Sie können hier Ihr ganz persönliches Gebet aufschreiben. Dabei sollen Dank, Lob und Anbetung der bestimmende Grundton sein.
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